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Romanautor-Nachfahre kommt zur „Gertrud“-Premiere

r-Nachfahre kommt zur „Gertrud“-Premiere
Das Historienstück „Gertrud van Zelst“ wird am 27. Mai erstmals aufgeführt. Hier ist eine Szene am Hofe des Grafen Ernst Wilhelm von Bentheim zu sehen.
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  • Das Historienstück „Gertrud van Zelst“ wird am 27. Mai erstmals aufgeführt. Hier ist eine Szene am Hofe des Grafen Ernst Wilhelm von Bentheim zu sehen.
  • Buchautor Jürgen Schevel machte einen Nachfahren des „Gertrud“-Autoren aus Schüttorf ausfindig.

Der Bentheimer Jürgen Schevel, der das Buch für die Bühnenfassung des Historienstückes „Gertrud“ bearbeitet, hat sich in die Zeitgeschichte vertieft – und ist dabei auf einen Nachfahren des Romanautors gestoßen.

Bad Bentheim. Am 27. Mai ist die Premiere des Historienstückes „Gertrud van Zelst Gräfin von Bentheim“ auf der Freilichtbühne. Zu diesem besonderen Ereignis anlässlich des 125-jährigen Stadtjubiläums wird ein besonderer Gast erwartet: Dr. Jürgen Mülder aus Dresden. Sein Urgroßvater ist der Verfasser der geschichtlichen Erzählung „Die Gräfin von Bentheim. Erzählung aus der Kampfzeit der reformierten Kirche“ von Justian G. Mülder (1830 bis 1911). Zur Premiere wird der Urenkel mit seiner Frau und weiteren Familienmitgliedern anreisen. Der Clou: Er besucht damit zugleich die Geburtsregion seines Urgroßvaters, der aus Schüttorf stammt.

„Die Erzählung von Justian Mülder ist einfach fantastisch“, schwärmt Jürgen Schevel, selbst gebürtiger Schüttorfer, und betont, dass die Theaterfassung nur auf Basis von Mülders Werk entstehen konnte. Begeistert ist Schevel vor allem von der Sprache und dass der Autor zu seiner Zeit ohne die Möglichkeiten, die heute das Internet bietet, historisch so präzise gearbeitet hat.

Ein kurzer Blick in das Leben von Justian G. Mülder: Er erblickt am 19. Juni 1830 als ältester Sohn des Lehrers Derk Mülder und dessen Ehefrau Adeleide, geborene Hartgering, das Licht der Welt. Mit seinen sechs Brüdern und zwei Schwestern wächst er in bescheidenen Verhältnissen auf. „Aber die Not der Jugend wurde dem Manne zur Krone. Denn unter dem Druck der wirtschaftlichen Verhältnisse erwuchs dem Jüngling und Manne die Kraft zum Schaffen und Wirken“, heißt es in den „Heimatblättern für die Grafschaft Bentheim“ in einer Sonderausgabe vom 23. März 1935.

Justian wird von seinem Vater bis zu seinem zwölften Lebensjahr in der damaligen ersten Deutschschule unterrichtet. Anschließend besucht er die Rektorschule in Schüttorf.

Schon früh wird er schriftstellerisch tätig und verfasst Gedichte. Seine „Gedenkblätter“ handeln vom Elternhaus – das ihn religiös stark geprägt hat – und seiner Heimat. Herausragend ist der historische Roman über die Gräfin von Bentheim, „wodurch ein Bild der Gegenreformation unter dem Grafen Ernst Wilhelm gar trefflich gezeichnet wird“. Eine besondere Leistung in diesem Werk ist, dass Mülder die damaligen Schwierigkeiten der Deutschen Rechtschreibung mit einer vereinfachten Form begegnete.

Bis zu seinem 19. Lebensjahr assistiert Mülder beim Lehrer Vos in Bentheim, danach besucht er das von der hannoverschen Regierung errichtete Lehrerseminar in Osnabrück. Finanziell ist die zweijährige Ausbildungszeit eine besondere Herausforderung für den schmalen Familienetat. Nach seinem Abschlussexamen tritt Mülder eine Hilfslehrerstelle in Leer an, wird Lehrer in Woltzeten in der Gemeinde Krummhörn und übernimmt 1855 die erste Stelle der zweiklassigen Volksschule in Bunde in Ostfriesland. Zu seinem Lebenswerk zählt die deutsche Sprachlehre „Sprach- und Übungsstoff aus der deutschen Kulturgeschichte“, das 1900 im Carl Meyer Verlag erschienen ist.

Verheiratet ist Mülder mit Maria Johanne, eine geborene Schümer von Schümersmühle. Oft kehrt das Ehepaar in die gemeinsame Heimat zurück und verbringt dort die Sommerferien. Mit 81 Jahren stirbt Mülder.

Rein zufällig stieß Schevel während seiner Recherchen in einem Zeitungsartikel auf den Urenkel von Justian G. Mülder. Eine Übereinstimmung von Namen und Geburtsort habe ihn aufmerksam gemacht, erzählt Schevel, der sofort schriftlich Kontakt aufnahm. Seine Vermutungen bestätigten sich: Der Adressat war der gesuchte Nachfahre aus der „Lehrerdynastie Mülder“ mit niederländischen Wurzeln. Die Antwort folgte prompt mit der Bitte von Dr. Jürgen Mülder, sechs Karten für die „Gertrud“-Premiere zu reservieren. „Ich bin sehr gespannt auf die Begegnung“, verrät Schevel.

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