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Westfälischer Heimatbund feiert doppelt

cher Heimatbund feiert doppelt
Bei einer Stadtführung staunten die Besucher über den originalgetreuen Nachbau von Münsters historischer Innenstadt nach dem Zweiten Weltkrieg.

Ehrenamtler aus ganz Westfalen sind am Samstag nach Münster gekommen, um zwei runde Geburtstage zu feiern: Vor 200 Jahren wurde Westfalen aus der Taufe gehoben; vor 100 Jahren gründete sich der Westfälische Heimatbund.

Münster. „Als Rückhalt in einer digitalisierten Welt“ – so versteht Nordrhein-Westfalens Europa-Ministerin Angelika Schwall-Düren den Begriff „Heimat“. Das Wort sei früher als „spießig“ abgetan worden. Heute könne Heimat aber auch als verbindendes Element gesehen werden, „das einbezieht und nicht ausgrenzt.“ Die Flüchtlinge aus den Krisenregionen der Welt zeigten, wie wertvoll Heimat sei, so Schwall-Düren. „Sollte es nicht heute gelingen, Menschen, die aus Not zu uns kommen, ein Angebot für ein neues Zuhause und langfristig eine neue Heimat zu machen?“, fragte die Ministerin unter großem Applaus.

Dem stimmte auch der Vorsitzende des Westfälischen Heimatbunds, dem Dachverband aller Heimatvereine in Westfalen, Matthias Löb, zu. Heimatpflege in Westfalen sei breit aufgestellt und umfasse viele Bereiche. Man könne sich für alte Denkmäler ebenso engagieren wie für Wanderwege, die Natur ebenso bewahren wie die Kultur vor Ort fördern. Was die Zukunft der 549 Heimatvereine in ganz Westfalen angeht, so ist Löb, Direktor des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL), optimistisch. Er sieht den demografischen Wandel als Chance. „Wir werden zwar immer älter, aber wir bleiben auch länger fit. Die meisten Menschen haben Lust, sich einzubringen und Zukunft zu gestalten.“

Tatsächlich steigt entgegen dem Trend in anderen Bereichen die Zahl der ehrenamtlichen Mitglieder im Heimatbund stetig. Das hat die „Inventur“ der Geschäftsführerin Edeltraud Klueting ergeben. „Vor 30 Jahren zählten wir rund 80 000 Mitglieder, heute weit über 130 000 Heimatfreunde“, so Klueting. Dass das Engagement im Bereich „Heimat“ selbst für junge Leute kein alter Hut ist, bewiesen auch die zahlreichen Bewerbungen für den erstmals ausgeschriebenen Innovationspreis. In der Kategorie „Nachwuchs“ zeichnete der Vorsitzende des WHB-Kuratoriums, Sparkassenpräsident Rolf Gerlach, die Kinder und Jugendlichen im Heimatverein Recke aus. In der Kategorie „Innovation im Heimatverein“ geht der Preis an den Heimatbund Neheim-Hüsten für das Projekt „Denkmalpflegeplan Strohdorf Neheim“. Beide Preise sind mit 4000 Euro dotiert.

Musikalisch kamen nicht nur die waschechten Westfalen auf ihre Kosten. Die Band „pattu“ sang auf Plattdeutsch Ohrwürmer mit hintergründigen Texten und erntete dafür sogar Szenenapplaus. Und wer es nicht verstand - denn auch viele Heimatfreunde in Westfalen sind zugewandert – für den hatte Sänger Georg Bühren kurze Erklärungen bereit.

Wie in Münster die Heimat aussieht, haben die rund 600 Besucher im Anschluss sehen können: Am Nachmittag gab es Exkursionen zu verschiedenen Anziehungspunkten der Stadt: Zum Aasee, in die historische Altstadt, ins Freilichtmuseum Mühlenhof oder ins Naturschutzgebiet Rieselfelder. Die Besucher konnten sich am alten Torhaus im Kerker gruseln und im bisher einzigen Picasso-Museum Deutschlands umsehen. Die Exkursion in Münsters sanierte Speicherstadt überzeugte die Besucher von den modernen Seiten der Denkmalpflege. Aus dem „Heeresverpflegungshauptamt“ aus Zeiten der Nazi-Diktatur wurde ein modernes Unternehmenszentrum, das auch für Veranstaltungen gern genutzt wird.

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