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Acht Flüchtlinge über ihr Leben in der Grafschaft

htlinge über ihr Leben in der Grafschaft
In Nordhorn leben die vier jungen Männer nun. Sie flohen aus Afghanistan. Archiv-Foto: Gerold Meppelink

Seit nun schon einem Jahr oder länger leben die folgenden acht Jugendlichen in Deutschland. In der Hoffnung auf ein besseres Leben flohen sie, teilweise allein, aus ihrer einstigen Heimat Afghanistan oder Syrien. Mittlerweile leben sie Nordhorn und Schüttorf und besuchen die SPRINT- Klasse (Sprache- und Integration) der KBS in Nordhorn. In einem kurzen Gespräch erzählen sie über ihr neues Leben in der Grafschaft Bentheim.

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Der 18 Jährige Salahaldin Mustafa kommt aus Syrien und lebte bereits in der Türkei, bevor er vor eineinhalb Jahren nach Schüttorf kam.

Salahaldin Mustafa aus Syrien

Kanntest du Deutschland bereits?

Als ich noch in Syrien gelebt habe, waren viele meiner Freunde bereits hier. Die haben mir gesagt, dass ich nach Deutschland kommen soll, denn ich kann hier ein Haus haben und Arbeit finden, mit der Unterstützung des Jobcenters.

Haben sich deine Erwartungen denn erfüllt?

Ja, mir geht es sehr gut hier. Momentan suche ich noch nach einer Ausbildung als Friseur oder einen anderen Beruf, das weiß ich aber noch nicht so genau.

Wie begegnen dir die Menschen hier?

Viele Leute haben mir hier sehr geholfen, aber es gibt auch Menschen, die nicht so gut sind, das ist in Syrien genauso. Ich finde, dass sich einige andere ausländische Menschen, die hier schon immer gelebt haben, wie Angeber gegenüber den Flüchtlingen verhalten und herabwürdigend sind. Dabei sind sie selber Ausländer. Das gefällt mir nicht.

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Jawid Shahi ist 16 Jahre alt und kommt aus Afghanistan. Vor eineinhalb Jahren floh er in die Grafschaft. Erst lebte er in Uelsen, dann in Bad Bentheim, mittlerweile in Nordhorn.

Jawid Shahi aus Afghanistan

Was war dein erster Eindruck, als du gekommen bist?

Zu Anfang war es schon langweilig für mich, da ich die Menschen hier überhaupt nicht kannte und ich ganz allein war. Mittlerweile habe ich aber viele Leute aus Nordhorn kennengelernt, die sehr nett zu mir sind und auch die Stadt ist sehr schön.

Kanntest du Deutschland bereits?

Nein, ich wusste gar nichts. Wenn ich aber die Regionen und Menschen hier sehe, dann sind diese besser als in meinem Heimatland. In Afghanistan gab es die Taliban, das waren schlechte Menschen und hier in Deutschland sind alle nett. Ich habe noch nicht eine Person gesehen, die böse ist.

Haben sich deine Eindrücke auch weiterhin erfüllt?

Wir bekommen von den Menschen hier sehr viel Hilfe. Ein Freund von mir soll zum Beispiel wieder nach Afghanistan abgeschoben werden. Zusammen mit unseren Betreuerinnen und Betreuern suchen wir jetzt für ihn nach einem Ausbildungsplatz, so hätte er eine Chance in Deutschland zu bleiben.

Unterscheiden sich die jungen Menschen aus Deutschland und Afghanistan?

Die Jugendlichen hier haben sehr viel Respekt voreinander. Wir machen gerne mal Spaß, indem wir uns ein wenig ärgern. Für uns ist das aber nichts schlimmes, die Deutschen Jugendlichen bekommen da manchmal Angst.

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Bashar Jafr und Mohamed Othman sind beide 17 Jahre alt und kommen aus Syrien. Bevor sie vor eineinhalb Jahren nach Schüttorf kamen, lebten sie bereits für zwei Monate in einem Camp.

Bashar Jafr und Mohamed Othman aus Syrien

Wie geht es euch in Schüttorf?

Es leben viele Menschen dort, die sagen, dass wir Ausländer nur wegen des Geldes und der Arbeit hier sind. Da fühlt man sich teilweise nicht wohl. Zur Schule gehen wir aber gerne.

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Nasrattullah Rahmati ist 17 Jahre alt und kommt aus Afghanistan. Seit eineinhalb Jahren lebt er schon in der Grafschaft Bentheim. Erst in Bad Bentheim, mittlerweile in Brandlecht. Foto: Markus Spykman

Nasrattullah Rahmati aus Afghanistan

Welche Eindrücke hast du als erstes von der Grafschaft bekommen?

Ich kannte das deutsche Essen überhaupt nicht. Hier isst man zum Beispiel viele Kartoffeln. Als ich gekommen bin, konnte ich das gar nicht essen, es ist etwas ganz anderes als in Afghanistan. Mittlerweile bin ich es aber gewohnt und mag es sehr gerne.

Was wusstest du über Deutschland, bevor du hergekommen bist?

Ich wusste, dass ich in Deutschland in Sicherheit leben kann, es keinen Krieg gibt und die Menschen hier nett und hilfsbereit sind.

Hast du auch schon schlechte Erfahrungen mit den Menschen hier gemacht?

Nein, habe ich nicht. Ich fühle mich sehr wohl in Nordhorn.

Gibt es Unterschiede zwischen den jungen Menschen in Nordhorn und Afghanistan?

Ich denke, die jungen Leute hier helfen den älteren nicht so viel, wie es in Afghanistan gemacht wird.

Am Ende des Gesprächs schreibt Nasratullah einen Zettel: „Ich bedanke mich bei Deutschland und ich bin sehr froh, dass ich hier in Deutschland bin.“

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Heidar Mohammad Akbar kommt aus Afghanistan und wohnt jetzt in Nordhorn. Seit eineinhalb Jahren lebt der 18 Jährige dort. Foto: Markus Spykman

Heidar Mohammad Akbar aus Afghanistan

Was hat sich für dich geändert, seitdem du hier bist?

Ich bin alleine aus Afghanistan geflüchtet, deswegen war es am Anfang sehr schwer für mich, da ich jetzt ohne meine Familie hier lebe. Ich wohne in einem Heim in Nordhorn und teile mir das Zimmer mit fünf Personen. Außerdem war ich in Afghanistan nie auf einer Schule, sondern nur auf einer Koranschule, nebenbei habe ich ein bisschen gearbeitet.

Kanntest du Deutschland, bevor du geflüchtet bist?

Nein ich wusste nichts darüber, wie es in Deutschland ist, wie die Menschen sind oder wie die Kultur ist.

Wie geht es dir hier in der Grafschaft?

Ich fühle mich sehr wohl, alle Menschen hier sind freundlich. Außerdem kann man in der Schule sehr gut lernen, in Afghanistan ging das nicht so gut.

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Ahmad Farid Farhat ist erst vor kurzem 18 Jahre alt geworden. Ursprünglich aus Afghanistan, lebte er bereits in Hamburg und 3 Monate in Uelsen bevor er nach Nordhorn kam. Ab dem nächsten Schuljahr wechselt er die Schule, um sich im Schwerpunkt „soziales“ weiterzubilden. Foto: Markus Spykman

Ahmad Farid Farhat aus Afghanistan

Was wusstest du über Deutschland?

Ich wusste, dass die Deutschen tolerant gegenüber ausländischen Menschen sind. Das stimmt auch, mir geht es sehr gut hier.

Was waren deine ersten Eindrücke? Wie begegnen dir die Menschen hier?

Alle Leute in der Grafschaft Bentheim waren sofort nett zu mir und helfen mir, wenn ich nicht weiter weiß. Auch in der Schule fühle ich mich sehr wohl, alle jungen Leute kommen hier zusammen. Mit meinen Betreuern habe ich auch schon viel unternommen, an Silvester haben wir sogar ein Feuerwerk steigen lassen und wir haben eine Party an Heiligabend gemacht.

Was unterscheidet die Jugend aus der Grafschaft zu der in Afghanistan?

Ich unterscheide mich ein bisschen dadurch, dass ich ein Muslim bin und die Menschen in Deutschland Christen sind. Das ist aber egal, denn wir sind alle Menschen. Außerdem kann ich zum Beispiel nicht einfach losgehen und mit irgendwelchen Leuten sprechen, dafür muss ich noch mehr lernen.

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Hektmatullah Ahmadzai ist 19 Jahre alt und kommt aus Afghanistan. Seit einem Jahr lebt er in Nordhorn. Foto: Markus Spykman

Hektmatullah Ahmadzai aus Afghanistan

Was war dein erster Eindruck von der Grafschaft?

Als ich gekommen bin, fand ich es sehr gut. Alles hier ist besser als in Afghanistan.

Fühlst du dich integriert?

Ja, es geht mir hier sehr gut, alle sind freundlich. In Deutschland kann ich auf eine Schule oder Universität gehen, in Afghanistan hatten wir viele Probleme, da war das nicht möglich.

Was ist anders an dem Leben als junger Mensch in Deutschland?

In Deutschland gehen die meisten zur Schule bis sie 18 Jahre sind und machen anschließend eine Ausbildung. Vorher geht keiner arbeiten. In Afghanistan ist das anders. Mit 15 oder 16 Jahren kann man schon alleine zur Arbeit gehen. Außerdem helfen die jungen Leute aus Afghanistan ihren Familien mehr, als die Jugendlichen hier. Ich denke auch, dass die jungen Leute hier mehr auf Partys mit anderen reden

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