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16.05.2017ratingratingratingratingrating

Auf Reisen: „Bumli“ zieht um die Welt

n: „Bumli“ zieht um die Welt

„Bumli“ erlebt auf seinen Reisen verschiedene Dinge, unter anderem hilft er bei seinen Gastgebern beim Streichen oder geht Duschen. Foto: privat

„Bumli“ kommt aus Schüttorf und ist seit einem Jahr viel unterwegs. Katja Kühlmann hat den Teddybären mit Pass auf Reisen geschickt. Seine Route ist noch lange nicht beendet.

Schüttorf. In der Hauptstadt hat er Berliner Luft geatmet, im Schatten der österreichischen Alpen seinen haarigen Kugelbauch gesonnt und in der Schweiz hörte er erstmals das eidgenössische „Schwyzerdütsch“: „Bumli“ ist stets da, wo andere gerne ihren Urlaub verbringen. Seit einigen Tagen weilt er nun wieder in der Grafschaft – zumindest vorübergehend.

Mit seinen tiefschwarzen Knopfaugen, den kurzen Ärmchen und dem freundlichen Lächeln gewinnt „Bumli“ auf Anhieb die Herzen der Kinder. Und auch die Erwachsenen verlieben sich schon nach kurzer Zeit regelmäßig in den schweigsamen Zeitgenossen mit dem markanten Musterpullover. „Bumli“ braucht nicht viele Worte, um seinen Gegenüber im Sturm zu erobern. Eigentlich braucht er kein Einziges, um genau zu sein: Denn „Bumli“ ist ein Plüschbär – und zwar mit einer ziemlich großen Leidenschaft für das Reisen.

Die Geschichte des Teddys beginnt vor genau einem Jahr in Schüttorf. „Dass die Sache einmal solch große Kreise zieht, hätte am Anfang wohl niemand erwarten können“, sagt Katja Kühlmann heute. Die Sache, die Kühlmann anspricht, ist nämlich mindestens kurios wie ungewöhnlich: Es war der 12. Mai 2016, als sie sich entschloss, in einem örtlichen Geschäft einen Plüschbären zu kaufen – der Tag gilt heute selbstverständlich als der Geburtstag des Teddys. Kühlmann ist Gründerin der Facebookgruppe „Hibbeln, Kugeln, Kuscheln Über 30“, einem losen Zusammenschluss, der Müttern zum Austausch über ihren Nachwuchs dienen soll. Hier reifte nach einiger Zeit die Idee, einen Plüschbären um die Welt zu schicken.

Was steckt dahinter? Durch die Aktion sollten der Kontakt der Mitglieder und der Austausch untereinander intensiviert werden. „Der Teddy wird seit dem 15. Mai 2016 von einer Mutter zur nächsten gegeben“, erklärt Kühlmann. „Jedes Mitglied soll den Plüschbären zu den Sehenswürdigkeiten in den jeweiligen Heimatorten ausführen und einige Fotos schießen.“ „Bumli“ ist auf die Weise schon viel herumgekommen: Wien und Berlin, Cuxhaven und Bremerhaven, München und Oldenburg. An seinem Geburtstag war er in Ittlingen. „Dort hat er den Tag mit einem Kind verbracht, das ebenfalls am selben Tag Geburtstag hat.“

21 Stationen hat „Bumli“ während seines ersten Jahres besucht. Jede Einzelne ist in einem kleinen Büchlein, dem Reisepass, genau dokumentiert. „Darin enthalten sind auch Geburtsdatum, Alter, Größe und Gewicht – das Ganze soll einfach eine nette Erinnerung sein“, meint Kühlmann. Wie lange der Teddy noch auf Reisen sein soll, hängt davon ab, wer ihn haben möchte. „Auf der Warteliste stehen derzeit noch mehr als 30 Eltern mit ihren Kindern“. Die Reise ist somit noch lange nicht zu Ende.

Rund eine Woche verbringt „Bumli“ bei den jeweiligen Kindern. Während dieser Zeit entsteht schnell eine Verbindung zu den Kids. „Der Abschied fällt immer schwer, viele wollen den Teddy nicht gehen lassen“, berichtet Kühlmann. Deshalb hat sie sich etwas überlegt. „Jedes Kind bekommt einen kleinen Bruder“, erzählt die Schüttorferin. „Das ist das gleiche Modell – die Plüschbären sind nicht allzu teuer.“

In den letzten Tagen ist „Bumli“ zurück in Schüttorf angekommen. Hier verbringt er einige Tage, bis das Reiseabenteuer wieder von vorne beginnt – der Reisepass soll schließlich noch einige Einträge mehr bekommen. Und wer weiß: Vielleicht geht es für den kleinen Plüschbären in Zukunft auch außerhalb des deutschsprachigen Raumes auf Reisen.

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