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Ausstellung: Verkehrsgerechte Stadt opfert Plätze

Historisch waren Plätze Treffpunkte, Handelsräume oder repräsentative Zentren. Nach dem Krieg wurden sie dem Leitbild der „verkehrsgerechten Stadt“ unterworfen. Das zeigt eine Ausstellung in der Städtischen Galerie.

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Auch Nordhorns historischer Bahnhofsvorplatz hat sich durch die Anforderungen der „verkehrsgerechten Stadt“ verändert. Diese beiden Bilder zeigen den Platz in früheren Zeiten sowie im Vergleich heute. Fotos: Sammlung Zahn im Stadtmuseum Nordhorn/André W. Sobott

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Nordhorn. Am Dienstag, 17. Januar, wird um 19 Uhr im Rahmen des Architekturforums in der Städtischen Galerie die Ausstellung „Plätze in Deutschland 1950 und heute – Eine Gegenüberstellung“ eröffnet. Die Ausstellung wurde 2013 von Prof. Christoph Mäckler und Birgit Roth am Deutschen Institut für Stadtbaukunst der Technischen Universität (TU) Dortmund konzipiert. Sie umfasst eine Reihe von fotografischen Bildpaaren, die den Wandel innerstädtischer Plätze seit den 1950er Jahren anschaulich machen. Damit wird zugleich auf Fehlplanungen und Versäumnisse in der Gestaltung des Stadtraums aufmerksam gemacht.

Plätze sind mehr als unbebaute Stellen in der Stadt. Seit Jahrhunderten spielen sie eine wichtige Rolle als Treffpunkt der Stadtbewohner, sind Handelsräume und repräsentative stadträumliche Zentren, an denen bedeutende Bauwerke liegen. Schon immer waren Plätze auch Knotenpunkte im Verkehrsgefüge der Stadt. Die unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer waren weitgehend gleichberechtigt. Zugleich blieb der Platz ein nach ästhetischen Gesichtspunkten gestalteter Ort des Verweilens.

Weiter heißt es zu der Ausstellung: „In den 1950er bis 1970er Jahren jedoch sorgte das Leitbild der „verkehrsgerechten Stadt“ für massive Eingriffe in die Struktur vieler deutscher Plätze. Dem motorisierten Verkehr wurde die führende Rolle zugestanden. Stadtautobahnen, breite Straßendurchbrüche, sowie komplexe Systeme aus Hochstraßen, Tunneln und Rampen waren die Folge. Viele Plätze wurden zu reinen Verkehrsknotenpunkten ohne jegliche Aufenthaltsqualität. Auch Plätze, die den Krieg unbeschadet überstanden hatten, wurden nun Opfer einer rigiden Stadtplanung, die sich an den funktionalen Ansprüchen des Automobilverkehrs orientierte und die historischen Strukturen und Maßstäbe unberücksichtigt ließ.“ Für die Präsentation in Nordhorn wurde wie in den bisherigen Stationen ein Bilderpaar der gastgebenden Stadt hinzugefügt. Die historische Fotografie stellte das Stadtmuseum Nordhorn zur Verfügung, und die aktuelle Aufnahme machte der Nordhorner Fotograf André W. Sobott.

Die Ausstellung läuft bis zum 24. Februar, die Öffnungszeiten sind dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr, sonnabends von 14 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Das Architekturforum ist eine Veranstaltung der Städtischen Galerie Nordhorn in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Stadtentwicklung, Bau und Umwelt der Stadt Nordhorn.

Weitere Informationen gibt es unter www.staedtische-galerie.nordhorn.de.

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