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Bekommt der FC 09 einen teuren Kunstrasenplatz?

er FC 09 einen teuren Kunstrasenplatz?
Ein Kunstrasenplatz sowie zwei Naturrasenplätze sollen im Schüttorfer Sportpark neben den bestehenden Plätzen entstehen. Gespielt wird auf dem Hauptplatz. Grafik: Planungsgruppe Freiraum, Sport + Golf/Molitor

Durch das Baugebiet an der Salzberger Straße fallen drei Sportplätze des FC Schüttorf 09 weg. Im Sportpark soll dafür nun unter anderem ein teurer Kunstrasenplatz entstehen.

Schüttorf. Soll der FC Schüttorf 09 einen Kunstrasenplatz bekommen? Wenn es nach dem Willen der Stadtverwaltung, der Mehrheit der Fachausschussmitglieder und des FC geht dann ja. Auch zwei Experten bescheinigen den Bedarf, nur von den Grünen kam am Mittwochabend heftige Kritik in der gemeinsamen Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses sowie des Jugend- und Sportausschusses.

Aber der Reihe nach: Wegen des neuen Baugebietes an der Salzberger Straße im Bereich des ehemaligen Altenheims fallen die dort bestehenden drei Rasenplätze weg (die GN berichteten). Jetzt müssen Ersatzsportflächen im Sportpark geschaffen werden, um insbesondere den Trainingsbetrieb der 09-Fußballer weiterhin zu gewährleisten.

Der FC Schüttorf hat eine Bedarfsprognose bei Prof. Martin Thieme-Hack von der Hochschule Osnabrück in Auftrag gegeben. Am Mittwoch stellte er seine Ergebnisse vor. Das Fazit: Für einen vernünftigen Trainingsbetrieb sind mindestens vier Großspielfelder notwendig, wenn einer davon ein Kunstrasenplatz ist. Ohne Kunstrasenplatz müssten laut Analyse fünf Großspielfelder vorhanden sein. „Bei dieser Mitgliederzahl braucht der Verein einen Allwetterplatz“, ist Thieme-Hack überzeugt. Mit vier Trainingsplätzen sei das Konzept allerdings auf Kante genäht. „Es ist aber auch noch genug Platz auf dem Gelände vorhanden. Das sollte bei der weiteren Planung beachtet werden.“ Laut Bauamtsleiter Dieter Salewski ist zu einem späteren Zeitpunkt auch ein weiterer Platz im Osten möglich. „Dazu könnte dann etwa der dortige Wall entfernt werden.“

Bei der Standortsuche für einen möglichen Kunstrasenplatz spielt auch ein Lärmgutachten eine wichtige Rolle, das die Stadtverwaltung in Auftrag gegeben hat. Der optimale Standort für den Platz ist demnach der derzeitige Rasenplatz südlich des Umkleidegebäudes. Dort kann auch nach 20 Uhr trainiert werden.

Auf Grundlage dieser Analysen hat die Verwaltung gemeinsam mit Prof. Udo Schmidt aus Osnabrück ein Konzept erarbeitet. Neben dem Kunstrasenplatz mit Flutlicht soll südöstlich davon ein wettkampftaugliches Spielfeld mit Naturrasen angelegt werden und die östlich des Sportparks gelegene Rasenfläche (neben der Firma Fischer) soll trockengelegt und ebenfalls mit Flutlicht als Trainingsgelände genutzt werden. Insgesamt gibt es somit drei Großspielfelder mit Naturrasen und eines mit Kunstrasen sowie ein Trainingsgelände mit Naturrasen ohne DIN-Maße, inklusive Beleuchtung. Wobei auf dem Hauptplatz laut Dieter Salewski nur gespielt, nicht trainiert wird. Somit fehlt in dem vorgestellten Konzept ein Großspielfeld aus der Bedarfsplanung von Prof. Thieme-Hack. „Was wir planen, ist nicht das, was wir brauchen“, kritisierte daher Silke Stamme (CDU). Prof. Schmidt stellte in der Sitzung auch die Wichtigkeit eines Kunstrasenplatzes heraus: „Ohne Kunstrasen geht es heutzutage nicht mehr.“ Ein Naturrasen könne der hohen Belastung kaum noch standhalten, insbesondere im Winter. „Wenn in vegetationsarmer Zeit unter Flutlicht trainiert wird, ist das nicht gut für den Naturrasen. Da gibt es keine Alternative zum Kunstrasen.“

Die Kosten beziffert Schmidt auf rund eine Million Euro. Die Stadt möchte hier Fördermöglichkeiten durch den Landessportbund (LSB) und den Landkreis in Anspruch nehmen. Voraussetzung für eine Förderung durch den LSB ist, dass der Sportverein als Bauherr auftritt, wozu auch eine Eigenbeteiligung des Vereins notwendig ist. „Den Großteil der Kosten wird die Stadt tragen. Die Fördermittel, die der LSB für den gesamten Kreis zur Verfügung stellt, sind jährlich rund 85.000 Euro“, sagte Dieter Salewski den GN.

Das Konzept sei mit dem FC Schüttorf abgestimmt, sagte Salewski in der Sitzung. „Heute geht es erst einmal um einen Richtungsbeschluss. Wollen wir einen Kunstrasenplatz oder nicht?“ In einem Arbeitskreis, ähnlich wie beim Bau der Wietkamphalle, sollen dann weitere Details erarbeitet werden.

Bei zwei Enthaltungen sowie drei Gegenstimmen der Grünen wurde die Beschlussvorlage angenommen. Ute Meyer-Bergfeld (Grüne) forderte mehr Zeit für eine Entscheidung, insbesondere in Anbetracht der Kosten und geschätzten Folgekosten von 200.000 Euro in 15 Jahren. „Gerade aus den Niederlanden kommen deutliche Signale, die sich gegen Kunstrasenflächen, insbesondere vor dem Hintergrund von körperlichen Beschwerden der Sportler, ergeben“, sagte Meyer-Bergfeld. Außerdem werde sich in Kürze der neue Rat konstituieren. „Es besteht keine Notwendigkeit, bereits heute eine mit der heißen Nadel gestrickte Lösung durchzupeitschen.“

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