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BI sieht „historische Chance“ für Schüttorf

„historische Chance“ für Schüttorf
Stadtbildprägend und nach Ansicht der Bürgerinitiative für ein Bürger- und Kulturzentrum in Schüttorf bestens geeignet: Das Schümer-Werk II an der Nordhorner Straße. Archivfoto: Westdörp

Plötzlich kommt als Standort für das Bürger- und Kulturzentrum das Schümer-Areal an der Nordhorner Straße in Frage. Die Bürgerinitiative hat das Gespräch mit den Eigentümern gesucht, die inzwischen verkaufsbereit sind.

Schüttorf. „Eine historische Wendesituation“ sehen die Sprecher der Bürgerinitaitve (BI) für das geplante Bürger- und Kulturzentrum, Arthur Lieske und Winfried Heerbart, weil die Besitzergesellschaft sich inzwischen als verkaufsbereit zeigt. Das war vor zwei Jahren, als politisch der Standort des alten Baumwolllagers an der Fabrikstraße für das Projekt festgelegt wurde, noch anders. Damals hatte Stadtdirektor Manfred Windhaus auf entsprechende Nachfragen noch erklärt, dass der Standort an der Nordhorner Straße nicht in Frage käme, weil die Eigentümer am Verkauf kein Interesse hätten. Jetzt haben sie nach Auskunft von BI-Mitglied Jan-Hermann Heetderks, der gute Kontakte zur Besitzergesellschaft habe, der Stadtverwaltung ein Angebot unterbreitet, „weil sie zu einem fairen Preis verkaufen würden“. „Wir hoffen, dass die Verwaltung in den Preisverhandlungen einen guten Kompromiss findet, denn es handelt sich im Vergleich zur Fabrikstraße um einen idealen Standort mit riesigen Zukunftschancen“, meinten die BI-Mitglieder im Gespräch mit den GN.

Auch die politischen Parteien seien in diese Überlegungen eingebunden und wüssten um den Stand der Verhandlungen. In der Politik gebe es einen „offenen Umdenkungsprozess“, schließlich müsste die alte Festlegung auf die Fabrikstraße kassiert werden. Dort könnten allerdings die Mittel eingesetzt werden, die sich die Stadt im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) erhofft. Denn die ISEK-Gutachter hätten klar gemacht: Das Areal an der Nordhorner Straße könnte nicht von diesen Fördermitteln profitieren, „weil es sich selber tragen würde“. Es könnte nach Ansicht der BI städteplanerisch kreativ genutzt werden, zumal es in Schüttorf ohnehin an Möglichkeiten für Wohnbebauung mangele. Und Fördermittel für das Bürgerzentrum könne man auch auf EU- und Bundesebene beantragen. Für ein Bürger- und Kulturzentrum, für dessen Bau 2,7 Millionen Euro zur Verfügung stehen, könnten nach Schätzungen der BI 5000 Quadratmeter reichen, um schrittweise und in Abhängigkeit von der Finanzierbarkeit eine große Lösung zu realisieren unter „Nutzung der bisherigen Räumlichkeiten des stadtbildprägenden Werkes II“. Froh ist die BI, dass sich inzwischen auch der Verkehrs- und Kulturverein dafür engagiert, eine neue Spielstätte im Kulturzentrum zu erhalten, weil nicht nur aus brandschutztechnischen Gründen die Bühne an der Hermann-Schlikker-Straße als nicht mehr zeitgemäß und zukunftsträchtig gilt. Ohnehin könnte sich die BI inzwischen auf eine breite Basis stützen, die von allen Schützenvereinen bis hin zum Musikverein reiche.

„historische Chance“ für Schüttorf
Ihre guten Kontakte und Ideen genutzt hat die (BI), um diesen Standort wieder ins Gespräch zu bringen. Das kleine Bild zeigt (von links) Jan-Hermann Heetderks, der auch Vorsitzender der Schützengilde ist, und die beiden BI-Sprecher Winfried Heerbaart und Arthur Lieske .Fotos: Westdörp

„Insofern repräsentieren wir den in Schüttorf stark ausgeprägten Bürgerwillen mit einem starken Wir-Gefühl“, sehen sich die BI-Vertreter auf dem richtigen Weg, Schüttorf für die Zukunft gut zu rüsten mit einem wegweisenden Projekt am richtigen Standort, denn insgesamt umfasse das Areal 40.000 Quadratmeter, die sinnvoll genutzt werden könnten. Jetzt sei die Kreativität der Stadtverwaltung, insbesondere der Verwaltungsspitze und des Bauamtes gefragt, um eine solche Chance zu erkennen und auch zu nutzen, so Winfried Heerbaart.

Als Ansprechpartner sieht die BI aber die Politik, zumal es in der Verwaltung nicht nur Freunde für das geplante Projekt gebe. Erfreut hat die BI zur Kenntnis genommen, dass nach der Kommunalwahl durch neue Kräfte noch einmal frischer Wind in die Planungen gekommen sei. Vor allem Bürgermeister Jörn Tüchter sei bekanntermaßen ein vehementer Verfechter eines Bürger- und Kulturzentrums und sehe wie die BI darin einen wichtigen Standortfaktor. Gerade auch bei der Anwerbung von Fachkräften, denen eine Stadt wie Schüttorf auch etwas bieten müsse. In vielen Gesprächen mit der BI habe man übereinstimmend fesgestellt, welche enormen Chancen der Standort an der Nordhorner Straße bieten würde. Viele andere Politiker von CDU, SPD, Grünen und Linken hätten sich seit Langem in der Bürgerinitiative engagiert. Insofern sei die Politik mit guten und handfesten Argumenten von der BI versorgt worden. So ergäben sich am Standort an der Nordhorner Straße exzellente Synergieeffekte mit der Oberschule, auch die Sporthalle sei in der Nähe, von der guten Zuwegung und der tollen Parkplatzsituation ganz zu schweigen. Anders als an der Fabrikstraße gäbe es auch keine Probleme mit den Lärmemmssionen, wenn neben einer Senioreneinrichtung ein Bürger- und Kulturzentrum entstehen würde.

Die Bürgerinitiative sieht auch keinen Anlass, bis zur Verwaltungsausschusssitzung Ende März eine Entscheidung über den Ankauf von Schümer-Flächen zu treffen, weil das angeblich für den Fortgang des ISEK-Prozesses unabdingbar sei. „Bei dieser schwierigen Gemengelange und den vielen zu klärenden Fragen ist es wichtiger, dass die Politik eine langfristig sinnvolle und wegweisende Entscheidung für die Stadt trifft“, so die BI, die sich über den von der Verwaltung aufgebauten Zeitdruck schon sehr wundert.

Auch der mögliche Bau einer Veranstaltungshalle der Bösch-Brüder beim „Index“ ist für die BI kein Grund, von einer großen Lösung beim Bürger- und Kulturzentrum Abstand zu nehmen. Dabei handele es sich um eine gemeinnützige Einrichtung für alle Bürger, während eine privat betriebene Veranstaltungshalle eine rein kommerzielle Dimension habe – und eben vor allem am Wochenende kaum für die Allgemeinheit zur Verfügung stehen dürfte.

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Die Meinung unserer Leser

6 Leserkommentare

1. | Klaus Heiny | Freitag, 17.03.2017 | 10:31 Uhr

Das ist genau der richtige Ansatz.Der Standort ist positiv. Es gibt vielerorts tolle Beispiele für Umnutzung und Revitalisierung alter Industriearchitektur für solche Projekte: z.B. Forum alte Werft in Papenburg.

2. | Ben Hur | Freitag, 17.03.2017 | 15:47 Uhr

Prima Idee! Ob die Verwaltung allerdings ebenso viel Verständnis und Entgegenkommen zeigt wie bei Projekten von Großdiskothekenbesitzern? Ich wäre angenehm überrascht!

3. | Speedking | Freitag, 17.03.2017 | 22:02 Uhr

Guter Vorschlag.

4. | Groafschupper | Samstag, 18.03.2017 | 18:22 Uhr

Das Medium Boden hat ein langes Gedächtnis, über Generationen hinweg. Falls bisherige Untersuchungen des Schümer-Areals tatsächlich keine wesentlichen Belastungen ergeben haben, dann wäre es sicher ein reizvoller Standort für die Realisierung der ambitionierten Pläne der BI.

5. | NeuerGraf | Sonntag, 19.03.2017 | 14:35 Uhr

Muss ja nicht gleich alles fertigentwickelt und gebaut werden. An dem Standort kann das Bürger- und Kulturzentrum gemäß den Wünschen, Anforderungen und finanziellen Mitteln wachsen. Wenn diese Chance nicht genutzt wird, bleibt dort vermutlich über Jahre/Jahrzehnte eine unansehnliche Ruine zurück, die dann unwiederbringlich zerfallen wird. Der Standort ist Top. Es wäre schade, wenn die Verwaltung, die für die Stadtentwicklung zuständig ist, und die Politik diese Chance nicht erkennt und sich dieser Herausforderung annimmt.....


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