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Diagnose „Krebs“: Wenn das Leben zerfällt

„Krebs“: Wenn das Leben zerfällt
Die Organisatoren und Vortragenden (von links): Annegret Hölscher, Dipl.-Psychologe Helmut Koetsier, Janette Hansmann, Sonja Altendeitering, Hildegard Schröder, Dr. Christiane Sprinkmeyer, Dietlinde Rüther, Helga van Slooten und Karl-Heinz Andter. Foto: privat

Mehrere Organisationen befassen sich in der Grafschaft mit der Frage, wie man Betroffenen bei Krebs zur Seite stehen kann. Vorträge bei der AWO zeigten Hilfestellungen während und nach der Krebstherapie.

gn Nordhorn. Der Schock der Diagnose „Krebs“ lässt das Leben in seine Einzelteile zerfallen wie ein Puzzle. Das Motto des unvollständigen Puzzles war bewusst gewählt und zog sich durch die gesamte Vortragsveranstaltung, zu der die Arbeiterwohlfahrt kürzlich eingeladen hatte. Das Bild verdeutlichte, wie haltlos sich Betroffene fühlen und wie sehr man sich wünscht, sein Leben wieder als Ganzes wahrzunehmen.

Organisiert wurde die Veranstaltung von der Frauenselbsthilfe nach Krebs der AWO-Krebsberatungsstelle und dem Büro für Gesundheit und Selbsthilfe des Landkreises. Die Moderation übernahmen Helga van Slooten und Sonja Altendeitering.

Sie zeigten auf, dass nach der Diagnose die Lebensperspektive verloren scheint und man meint, nur noch ein einziges Puzzleteil in Händen zu halten: „Krebs“. Sehr plakativ wurden diesem Teil andere Puzzleteile hinzugefügt. Sie bezeichneten Kontaktstellen und Informationsangebote, die es Betroffenen ermöglichen, die Erkrankung besser zu bewältigen.

Zunächst stellte sich die Krebsberatungsstelle der AWO Grafschaft Bentheim selbst vor. Sie engagiert sich für Menschen, die von der Diagnose Krebs direkt oder mittelbar betroffen sind. „Durch uneingeschränkte Beratung, praktische Hilfe, einfühlsame Betreuung und die Vermittlung von Informationen wird Beistand geleistet“, hieß es. Die Beratung und Begleitung sind kostenlos.

Auch die Frauenselbsthilfe nach Krebs möchte auffangen, informieren und begleiten. Bereits seit über zwölf Jahren ist die Frauenselbsthilfe in Nordhorn ehrenamtlich tätig. Sonja Altendeitering, Hildegard Schröder und Janette Hansmann betreuen derzeit 56 krebserkrankte Frauen in der Grafschaft Bentheim. Viele gemeinsame Aktionen mit dem hoffnungsvollen Blick nach vorn kennzeichnen den Zusammenhalt der Gruppe. Im Vordergrund steht dabei immer das Gespräch mit den Betroffenen. Hierzu gehören Patientenbesuche zuhause oder am Krankenbett und die Therapiebegleitung.

Die AWO-Krebsberatungsstelle und die Frauenselbsthilfe nach Krebs arbeiten Hand in Hand, um mit dieser Veranstaltung über Hilfen zur Krankheitsbewältigung zu informieren. Der erste Vortrag von Dr. Christiane Sprinkmeyer befasste sich mit den Möglichkeiten der medizinischen Nachsorge. Schritt für Schritt zeigte die Gynäkologin den Weg von der Diagnostik über die Therapie bis zur Nachsorge auf. Dabei war es für Krebsbetroffene wichtig, zu erfahren, dass in zertifizierten Krebszentren die einzelnen Therapieschritte durch sogenannte Leitlinien, die europaweit gelten, qualitätsgesichert sind.

Für Patienten, die Hilfe bei der Bewältigung des Alltags benötigen, stellte Dietlinde Rüther die Veränderungen in der Pflegeeinstufung dar. Sie ist Pflegedienstleiterin der Arbeiterwohlfahrt und steht für Fragen zur Voraussetzung für ambulante Pflege, Haushaltshilfen und Anschlussheilbehandlungen zur Verfügung.

Für viele Krebserkrankte stellt sich die Frage nach der beruflichen Zukunft. Häufig lassen physische und psychische Beeinträchtigungen eine vollständige Rückkehr in den Berufsalltag nicht zu. Karl-Heinz Andter, Versichertenberater der Deutschen Rentenversicherung Bund, beantwortete in seinem Vortrag die Fragen, wer Anspruch auf Rente hat, welche Unterlagen erforderlich sind und wo man Beratungsstellen findet. Insbesondere ging er auf die Voraussetzungen für die Erwerbsminderungsrente und die Situation geringfügig Beschäftigter ein.

Umfassende Information und gute Versorgung können manchmal nicht verhindern, dass Betroffene durch die Erkrankung seelisch aus der Bahn geworfen werden. Dann ist es wichtig, sich für die mentale Stabilität Unterstützung zu holen. Helmut Koetsier, Diplom-Psychologe und Psychoonkologe, stellte die Möglichkeiten der therapeutischen Begleitung vor.

Letztlich fügten sich alle Puzzleteile zu einem Ganzen zusammen und standen für eine informative und gelungene Vortragsveranstaltung, die Perspektiven für Krebsbetroffene aufgezeigt hat.

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