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Diebstahl oder Anschlag? Gedenktafeln weg

 oder Anschlag? Gedenktafeln weg
Entwendet haben unbekannte Täter drei der 23 Namenstafeln der Gedenkstätte „Schwarzer Garten“. Von den Tätern und dem Verbleib der Gedenktafeln fehlt jede Spur. Foto: Westdörp
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  • Entwendet haben unbekannte Täter drei der 23 Namenstafeln der Gedenkstätte „Schwarzer Garten“. Von den Tätern und dem Verbleib der Gedenktafeln fehlt jede Spur. Foto: Westdörp
  • Der zentrale Gedenkort im „Schwarzen Garten“ wird unter anderem durch die Gedenkmauer geprägt. Die Reihe der 23 Bronzetafeln ist nun zerstört. Archivfoto: Konjer

War es ein simpler Metalldiebstahl oder ein Anschlag auf den Ort des Gedenkens in Nordhorn? Seit Wochen sind von der Gedenkmauer im „Schwarzen Garten“ drei der insgesamt 23 großen Namenstafeln verschwunden.

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20.04.2017 Gedenktafeln aus dem Schwarzen Garten gestohlen
Unbekannte haben einige Gedenktafeln aus dem Schwarzen Garten in Nordhorn gestohlen. Die Polizei sucht Zeugen.

Nordhorn. Drei weiß verfärbte Mauerflächen zwischen den großen bronzenen Gedenktafeln zeugen von dem mysteriösen Diebstahl im „Schwarzen Garten“. Dort fehlen drei der 70 mal 125 Zentimeter großen Metalltafeln. Sie listeten – genau wie die 20 verbliebenen, nun irgendwie ungeordnet wirkenden Bronzeplatten – die Namen von Opfern des Zweiten Weltkriegs aus dem Nordhorner Stadtgebiet auf. Warum gerade diese drei Platten abmontiert wurden, ist nicht zu erkennen.

Überhaupt sind nach dem Diebstahl der drei Bronzetafeln viele Fragen offen. Waren hier Metalldiebe am Werk oder haben Unbekannte das Mahnmal beschädigen wollen? Fest steht nur eines: Die Tafeln sind spurlos verschwunden – und zwar offenbar schon seit Wochen. „Die Stadt geht davon aus, dass die Tafeln zwischen dem 20. März und dem 10. April gestohlen wurden“, erklärt Pressesprecher Henrik Eickelkamp. Näher eingrenzen kann den Tatzeitpunkt weder die Stadt noch die Polizei.

Entdeckt worden war der Diebstahl schon vor einigen Tagen von Mitarbeitern des städtischen Grünflächenamts. Die hatten allerdings zunächst angenommen, die Platten seien zu Reinigungs- oder Restaurierungszwecken abmontiert worden. Erst Tage später stand dann fest, dass weder die Stadt selbst noch ein vor ihr beauftragtes Unternehmen die Demontage veranlasst hatten. Daraufhin erstattete die Stadt jetzt Strafanzeige wegen Diebstahls.

„Wir ermitteln in alle Richtungen“, heißt es bei der Polizei. Eine konkrete Spur gibt es indessen noch nicht. Die Polizei bittet Zeugen, die seit dem 20. März dort etwas beobachtet haben oder Hinweise zum Verbleib der Tafeln geben können, sich unter der Telefonnummer 05921 3090 mit der Polizei Nordhorn in Verbindung zu setzen.

Nach gegenwärtigem Erkenntnisstand deutet vieles darauf hin, dass der Frevel an Nordhorns zentraler Gedenkstätte das Werk simpler Metalldiebe sein könnte. Die machen bekanntlich auf der Jagd nach Altmetall, dass sie „versilbern“ können, inzwischen weder vor Gedenkstätten noch vor den Kupferdachrinnen an Kirchen Halt. Möglicherweise wurden zufällig jene drei Bronzeplatten mitgenommen, die ohne großen Kraftaufwand aus dem Mauerwerk zu brechen waren. Konkrete Hinweise auf ein politisch motiviertes Delikt hat die Polizei bisher nicht. Auch wurden außer den fehlenden Tafeln keine weiteren Vandalismusschäden festgestellt.

Die Tafeln waren Ende der 1950er Jahre an der Gedenkmauer montiert worden, als das 1929 entstandene Mahnmal für die Gefallenen der Kriege von 1870/71 und 1914/18 am Langemarckplatz umgestaltet wurde. Im Zuge der Neugestaltung der gesamten Anlage wurden 1959 zunächst 19 von der Modellfabrik Bömper aus Herborn/Dillkreis gegossene Bronzetafeln mit den Namen der Gefallenen des Zweiten Weltkriegs angebracht. In den folgenden Jahren kamen vier weitere Tafeln hinzu.

Das Aussehen der Tafeln und die darauf stehenden Namen und Daten sind bei der Stadt dokumentiert, sodass notfalls eine Rekonstruktion möglich wäre.

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Die Meinung unserer Leser

16 Leserkommentare

1. | So ist es | Freitag, 21.04.2017 | 08:25 Uhr

Also hier von einem eventuellen Anschlag zu sprechen, scheint mir sehr weit hergeholt. ich vermute, dass Metalldiebe ihr Unwesen getrieben haben und vielleicht waren die drei gestohlenen Platten von der Befestigung her leichter zu lösen als die restlichen Platten.

2. | Peter Franken | Freitag, 21.04.2017 | 09:27 Uhr

In Schüttorf wurden die Bronzetore am Friedhof gestohlen. Dieses Diebespack ist überall. Aber liebe Leute, so ist das nun mal, wenn man seine Haustür nicht abschließt. Diebstahl und Terroranschläge nehmen zu.

3. | Guy Incognito | Freitag, 21.04.2017 | 12:07 Uhr

Naja, lieber Peter Franken, die offene Haustüre sorgt dafür, dass seit mehr als 70 Jahren nicht noch mehr Namen auf bronzenen Tafeln aufgehängt werden mussten. Und wenn man seinen Kopf mal aus der Filterblase steckt, wie gut geht es gerade noch den Ländern, die sich abschotten? Polen? Ungarn? Die Lachnummer Brexit - nachdem schon die erste Populistengarde sich auf Pöstchen in der pösen, pösen EU eingerichtet hat, macht nun auch schon die Ersatzmannschaft schlapp und lässt neu wählen. Trump? Sorgt erst mal dafür, dass im Nahen Osten der Hass auf die USA erhalten bleibt. Und so ein kleiner Tipp, Export bringt Deutschland den jetzigen Wohlstand. Grenze dicht - weniger Wohlstand. Sehr viel weniger. Und ja, ich weiß, danach ist die Diskussion immer sehr schnell beendet - wo ist es denn besser als in Deutschland? Im Gesamtpaket, nicht diese Rosinenpickerei.

4. | Croquignole | Freitag, 21.04.2017 | 14:43 Uhr

Guy Incognito ---- : ------ Ich habe Ihren Kommentar 5 X gelesen aber immer noch nicht ganz verstanden, was Sie Peter Franken erklären/beweisen wollen.

5. | Nasen | Freitag, 21.04.2017 | 15:42 Uhr

Eine Frechheit so was. Danke EU


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