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Ein Stück Geschichte kehrt ins Kloster zurück

 Geschichte kehrt ins Kloster zurück
Nahe am historischen Original sind die beiden Kopien der Handschriften. Foto: Westdörp
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  • Nahe am historischen Original sind die beiden Kopien der Handschriften. Foto: Westdörp
  • Die neuen alten Handschriften wurden am Donnerstag in der Klosterbibliothek übergeben (von links): Helmut Ruschulte, Hildegard Schulten, Gertraud Herrenbrück, Heinz-Hermann Nordholt und Birgit Veddeler. Foto: Westdörp

Mit den hochwertigen Kopien zweier rund 523 Jahre alter Handschriften aus der Frühzeit des Klosters Frenswegen ist der Klosterbibliothek ein kleines Stück ihrer Ursprungsgeschichte wiedergegeben worden.

Nordhorn. Bei den beiden Handschriften, die jetzt als gelungene, in Ziegenleder gebundene Kopien in die Bibliothek zurückgekehrt sind, handelt es sich um die in lateinischer Sprache verfasste „Frensweger Chronik“ von 1494 aus dem Staatsarchiv Münster sowie um „Het Frensweger Handschrift“ aus der Universität Utrecht, die zwischen 1484 und 1494 in Mitteldeutsch geschrieben wurde. Die Kopien wurden von Helmut Ruschulte, Vorsitzender des Fördervereins Stiftung Kloster Frenswegen, am Donnerstag an Präses Heinz-Hermann Nordholt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Kloster Frenswegen, überreicht.

Für Nordholt war das ein Moment großer Freude: „Die Klosterbibliothek steht in einer langen Geschichte und stellt sich mit den beiden Bänden nun teilweise auch in materialisierter Form wieder auf ihre historischen Schultern.“ Kloster-Geschäftsführerin Birgit Veddeler sieht in der Verbindung des historischen und modernen Bibliotheksbestandes zudem ein wichtiges Angebot für die Forschung. Da die beiden Handschriften in ihrer kommentierten Druckfassung aus dem 20. Jahrhundert in Latein und Niederländisch vorliegen, wünscht man sich im Kloster – etwa als Teil einer Doktorarbeit – Übersetzungen ins Hochdeutsch.

Rund zwei Jahre lang war das Bibliotheksteam des Klosters, das seit 2013 an der Wiederherstellung der größten theologischen Bibliothek der Grafschaft und der Restaurierung ihrer alten Bestände im historischen Klostergemäuer arbeitet, mit der Beschaffung und technischen Umsetzung der Kopien beschäftigt. Wie Nordholt berichtete, wurden sogar 90 Originalbücher der alten Klosterbibliothek aus Privatbeständen wiederbeschafft.

Durch Dr. Hartmut Lenhard vom Bibliotheksteam konnten die digitalisierten Kopien aus Münster und Utrecht besorgt werden. Sie wurden in einem dem Original weitgehend angenäherten Layout gedruckt, Sharon Oettel aus Bentheim war mit der Buchbindung beauftragt. Der Förderverein stellte die Finanzierung sicher: Wie Helmut Ruschulte berichtete, beinhaltet die Gesamtförderung für die Bibliothek in Höhe von rund 8500 Euro auch 2000 Euro für die Herstellung der Kopien.

Mit Geschichte und Inhalt der beiden Handschriften aus der Frühzeit des Klosters beschäftigten sich aus dem Bibliotheksteam intensiv Hartmut Lenhard, Hildegard Schulten und Gertraud Herrenbrück: Als 1809 das Kloster Frenswegen, ein Augustinerchorherrenstift der Windesheimer Kongregation, nach über 400 Jahren wechselvoller Geschichte aufgelöst wurde, verschwanden aus der Bibliothek erste Handschriften und Druckwerke. Der größere Teil verblieb zunächst im Kloster, bis der Fürst von Bentheim und Steinfurt 1874 ihn im Rahmen der Reichsbücherspende der Universität Straßburg schenkte.

Die beiden Handschriften aus der Zeit um 1494 wurden durch die Chorherren Carl von Cooth und Anton Esseling sichergestellt. Beide Handschriften unbekannter Verfasser stehen in der Tradition der devoten Geschichtsschreibung. Neben der Beschreibung der Anfänge der „Devotio moderna“ war das Hauptanliegen, die jeweiligen Klosterbewohner in ihrem Glauben zu stärken und zu festigen.

Die beiden Neuerwerbungen können von Interessierten in der Bibliothek eingesehen werden.

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