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Eltern kämpfen für Spiel- und Bolzplatz

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Der Spiel- und Bolzplatz am Treptowweg soll geschlossen werden. Dagegen protestieren die Eltern. Foto: Westdörp

Im Zuge ihres neuen Spiel- und Quartiersplatzkonzeptes will Nordhorn die Spielplätze in der Blanke neu ordnen. Dass damit der Spiel- und Bolzplatz am Treptowweg geschlossen werden soll, stößt bei Anliegern auf Protest.

Nordhorn. Ende April hatte der Stadtentwicklungsausschuss des Rates einstimmig grünes Licht für ein Acht-Punkte-Programm gegeben, mit dem die Spielplatzlandschaft im Stadtteil Blanke 2018 und 2019 neu geordnet werden soll (die GN berichteten). Nach dem Konzept will die Stadt schlecht angenommene und ausgestattete Plätze aufgeben und andere neu gestalten. Hintergrund der Neuordnung ist auch eine Überversorgung Nordhorns mit Spielplätzen: Während es vergleichbare Städte auf 70 bis 80 Plätze bringen, hält Nordhorn gleich 130 vor.

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17.05.2017 Eltern kämpfen für Spielplatz
Eltern aus dem Nordhorner Treptow Weg kämpfen für den Erhalt des beliebten Spielplatzes direkt vor ihrer Haustür. Die Stadt Nordhorn will den Spielplatz abbauen und mehr Geld in größere Spiel- und Bolzplätze investieren.

„Was wir brauchen, ist nicht Masse, sondern Qualität“, lautet die neue Devise in der Kreisstadt. Nach einer erfolgten Bestandsanalyse sollen nun mit dem Konzept Überversorgung und Defizite in der Qualität abgebaut werden. Deswegen plant man in der Blanke etwa als größte Einzelmaßnahme den Umbau des Alemannia-Freizeitplatzes zu einem Blankepark mit Zentrumsfunktion sowie die Aufwertung gut frequentierter Spielplätze mit dem Thema Wasser oder mit Großkarussell und Seilbahn.

Dass dafür ausgerechnet ihr Spiel- und Bolzplatz geschlossen werden soll, hat am Treptowweg gleichermaßen für Überraschung wie Kopfschütteln gesorgt und die Wellen der Empörung gerade bei den jungen Familien in dem Wohngebiet hochschlagen lassen. Seit Dienstag hängt ein großes Banner an der gepflegten Spiel- und Sportanlage mit der Forderung: „Unser Spielplatz muss bleiben.“ Denn weder die Qualität des Spiel- und Bolzplatzes noch die Auslastung geben aus Sicht der Anlieger Anlass, die 2002 entstandene Anlage mit den sieben Spielgeräten samt den Rasenplatz mit den eisernen grauen Fußballtoren zu schließen.

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„Unser Spielplatz muss bleiben. Eine Schließung ist blöd. Es ist der beste Spielplatz ever.“ Das meinen Amina (links) und Dana, zwei Mädchen vom Treptowweg. Foto: Westdörp

Im Gegenteil: Wie Katja Hoffelner und Alexandra Metin, selbst Mütter von jeweils zwei fünf bis acht Jahre alten Kindern, als Sprecherinnen der Anlieger berichten, wird der geschützt zwischen Sackgasse und Lärmschutzwall gelegene Spiel- und Bolzplatz täglich von bis zu 30 Kleinkindern und Kindern aus dem Wohngebiet und von benachbarten Straßen besucht.

Überflüssig sei der Spielplatz für die Anlieger damit auf keinen Fall, in den kommenden Jahren vielmehr unverzichtbar: Während in anderen älteren Wohngebieten Nordhorns tatsächlich immer mehr Kinder aus den Häusern sind und die einst belebten Spielplätze brach liegen, sei am Treptowweg der Generationswechsel gelungen und im vollen Gange.

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Der Ausweichspielplatz an der Stolper Straße ist düster und eher ein Hundeklo“, sagen Katja Hoffelner (links) und Alexandra Metin, Sprecherinnen der Anlieger. Foto: Westdörp

So haben eine Reihe von Einfamilienhäusern bereits am Rand der südlichen Blanke den Besitzer gewechselt. „Junge Familien mit Kindern sind eingezogen“, berichten Katja Hoffelner und Alexandra Metin. Eine davon ist Familie Yenikapi. Für Mutter Mehtap Yenikapi ist der vorhandene Spielplatz ein wichtiges Kriterium gewesen, um ein Eigenheim am Treptowweg zu erwerben. Denn der Spielplatz biete ihren kleinen Kindern viel Sicherheit: „Hier kann ich meine Kinder auch mal alleine lassen.“ Die Anlage sei gepflegt, sauber und vor allem eben sicher für die kleinen Gäste. Das sehen etwa auch die beiden Mädchen Amina und Dana so, die drei bis viermal in der Woche zwischen den Klettergerüsten und Spielgeräten anzutreffen sind: „Eine Schließung finden wir blöd. Das ist der beste Spielplatz ever.“

Das lasse sich über den rund 600 Meter entfernt liegenden Spielplatz an der Stolper Straße, der nach dem Konzept erhalten bleiben, aufgewertet und den Kindern vom Treptowweg künftig als neuer Spielplatz dienen soll, nicht sagen. Hier stören sich Katja Hoffelner und Alexandra Metin vor allem am Hundekot und am Schmutz: „Der Platz ist düster und eher ein Hundeklo.“ Aber vor allem der Sicherheitsaspekt, aus Sicht der Anlieger ein Qualitätsmerkmal am Treptowweg, entfalle damit künftig für Eltern und Kinder. So sei es unmöglich, die Kinder allein zum Spielplatz Stolper Straße gehen und unbeaufsichtigt spielen zu lassen. „Sollen wir die Kleinen künftig mit dem Auto immer zum Spielen fahren?“, fragen die Eltern, die den Weg zur Stolper Straße als gefährlich einstufen. Und: Spielen ihre Kinder zurzeit noch auf dem einsehbaren Spielplatz in Sichtweite zu ihrem Zuhause an einer verkehrsberuhigten Straße, in der sich alle Nachbarn kennen und Kinder auf dem Spielplatz immer eine Kontakt- oder Anlaufperson finden, seien sie an der Stolper Straße künftig auf sich allein gestellt. Da helfe auch kein einzigartiges Großkarussell, das die Stolper Straße attraktiver machen soll.

„Wir brauchen keinen tollen, mit viel Aufwand ausgestatteten Zentralspielplatz in der Blanke“, meinen die beiden Mütter, und Anliegerin Anja Schulz ergänzt: „Unser Spielplatz ist schön, geschützt und soll bleiben.“ Die Anlage diene nicht nur zum Spielen, sondern auch als Treffpunkt der Familien oder als beliebter, das nachbarschaftliche Miteinander fördernder Treffpunkt und Picknickplatz.

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„Der Spielplatz war ein wichtiges Kriterium für uns, um ein Haus am Treptowweg zu kaufen“, berichtet Mehtap Yenikapi, eine Mutter vom Treptowweg. Foto: Westdörp

Am Dienstag überreichten die Bürger vom Treptowweg 147 Unterschriften gegen die geplante Schließung im Rathaus an Bürgermeister Thomas Berling und brachten in einem Gespräch mit Planern des Bauamtes Bedenken und Kritik zum Ausdruck. Doch die Stadt hält dagegen: Der Spiel- und Bolzplatz werde zwar gut besucht und als durchschnittlich bewertet, auch der jährliche Pflegeunterhalt des Spielplatzes in Höhe von rund 3500 Euro sei nicht ausschlaggebend für die Schließung: „Allerdings ist der Platz aufgrund der Randlage und der Nähe zum sehr attraktiven Platz an der Stolper Straße verzichtbar.“

Die Entscheidung, ob Plätze geschlossen oder aufgewertet werden, sei dabei nicht am Schreibtisch gefallen, versichert Heinz Silies vom Amt für Stadtentwicklung gegenüber den GN. Die Spielplätze sollten künftig in einem Radius von 400 bis 800 Meter für die Kinder erreichbar sein. Im Dezember 2016 hatte der Rat der Stadt das rund 430.000 Euro teure und auch mit Förderdrittmitteln finanzierte Konzept für die öffentlichen Grünflächen, die als Spiel- bzw. Mehrgenerationenplätze ausgewiesen sind, beschlossen. Danach wurden die Planungen für die Quartiere Deegfeld und Blanke unter Beteiligung von Kindern und Jugendlichen mit einer Fragebogenaktion und Begehungen vor Ort aufgenommen. Während in der Bewertungsmatrix der Verwaltung der Spielplatz am Treptowweg die Schulnote 2,9 erhielt, wurde der Spielplatz an der Stolper Straße mit der besten Note 2,5 bewertet. „Das Problem am Treptowweg ist die Lage am äußersten Stadtrand. Der Spielplatz liegt zu weit draußen und ist weitgehend unbekannt“, erklärt Silies. Die meisten der befragten 274 Blanke-Kinder hätten den Platz gar nicht gekannt.

Am Mittwochnachmittag stand die Empfehlung aus dem Stadtentwicklungsausschuss zum Spiel- und Quartiersplatzkonzept für die Blanke auf der Tagesordnung des Verwaltungsausschusses. Hier dürfte vor der Abstimmung der Protest der Anlieger noch einmal zur Sprache gekommen sein. Eine Beratung und Abstimmung im Rat ist nicht erforderlich.

Sollte die Stadt bei ihren Plänen bleiben und den Platz schließen, will man am Treptowweg dennoch weiter für den Spiel- und Bolzplatz kämpfen.

Denn auch mit der in Aussicht gestellten und kurzfristig geplanten Folgenutzung können die Familien in der Südblanke kaum etwas anfangen: Die Fläche innerhalb des Gewerbegebietes Bebauungsplans Nr. 191 soll „als extensive Fläche mit Blühsträuchern und der Möglichkeit, Bienenkästen aufzustellen, hergerichtet werden“.

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