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Erfolgsautor Andreas Brandhorst lebt in Nordhorn

tor Andreas Brandhorst lebt in Nordhorn
Der Schriftsteller Andreas Brandhorst liest am liebsten digital auf seinem E-Reader die Werke von Autoren-Kollegen. Foto: Stephan-Park
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  • Der Schriftsteller Andreas Brandhorst liest am liebsten digital auf seinem E-Reader die Werke von Autoren-Kollegen. Foto: Stephan-Park
  • Für seinen Roman „Das Schiff“ hat Andreas Brandhorst 2016 seinen zweiten Deutschen Science-Fiction-Preis erhalten. Seine neusten Werke im Buchhandel sind „Omni“ und „Das Arkonadia Rätsel“. Foto: Stephan-Park

Zweifacher Gewinner des Deutschen Science-Fiction-Preises, Verfasser von mehr als 30 Romanen und Erfinder ganzer Universen: Andreas Brandhorst ist einer der renommiertesten deutschen Autoren – und lebt in Klausheide.

Nordhorn. In seinen Werken entführt der 60-jährige Autor Andreas Brandhorst seine Leser regelmäßig in fremde Welten. Von fernen Planeten, Raumschiffen und Außerirdischen handeln seine zahlreichen Romane ebenso wie von den Gefahren der modernen Technologie.

Angefangen hat die schriftstellerische Karriere von Andreas Brandhorst schon in jungen Jahren. In der Schulzeit brachte er, inspiriert von der Heftserie Perry Rhodan und den Geschichten Karl Mays, seine Ideen auf Papier. Der kommerzielle Erfolg stellte sich 1975 mit dem Werk „Die Unterirdischen“ ein, erschienen im Zauberkreis Verlag. „Und dann ging alles ganz schnell“, erinnert er sich. Er arbeitete an der Terranauten-Reihe des Bastei Verlags und übersetzte die Scheibenwelt-Romane Terry Pratchetts aus dem Englischen ins Deutsche. Gerne hätte ihn die Perry-Rhodan-Redaktion damals als Autoren gewonnen. „Ein Kindheitstraum wurde wahr. Ich schrieb mehrere Bücher, lehnte eine dauerhafte Mitarbeit aber ab, um weiter an meinen eigenen Romanen zu arbeiten.“

Privat geht es der in Rahden geborene Ostwestfale ruhiger an. Er wohnt und arbeitet seit rund einem Jahr in einem Klausheider Einfamilienhaus mit gepflegtem Garten. „Ich lebe sehr zurückgezogen in Nordhorn. Das erlaubt mir, mich ganz auf meine Arbeit zu konzentrieren“, sagt er. Auf Schnickschnack verzichtet der Erfolgsautor auch im Inneren seines Hauses. Seine Einrichtung ist auf das Wesentliche reduziert. Es hängen keine Bilder oder Fotos an den Wänden.

30 Jahre lang lebte Andreas Brandhorst in Norditalien, bis es ihn 2013 wieder nach Deutschland verschlug. „Nach meiner Zeit in Südeuropa wollte ich auch in Deutschland am Meer leben“, sagt der 60-Jährige. Eine passende Immobilie zu finden, war allerdings schwieriger als gedacht und „dann entdeckte ich Klauseheide für mich“, erinnert er sich. „Ich brauche zum Arbeiten absolute Ruhe. Und ruhiger als in Klausheide kann es kaum werden. Zwar wohne ich nicht am Meer, durch die Kanäle und die Vechte lebe ich aber trotzdem am Wasser“, fügt er hinzu. Wegzuziehen kann er sich derzeit nicht vorstellen. „Bislang wüsste ich keinen Grund dafür.“

Anderer Blick auf Deutschland

In seiner neuen Heimat Nordhorn hat er das seiner Meinung nach wichtigste seiner Werke mit dem Titel „Das Erwachen“ geschrieben. Der Roman, der im Oktober im Piper-Verlag erscheint, beschäftigt sich mit künstlicher Intelligenz und der möglichen Auswirkung kluger Supercomputer auf die Menschheit. „Der Roman spielt einige Jahre in der Zukunft, ist aber so nah an unserem Leben, dass ich ihn nicht als Science-Fiction-Roman verstehe“, erklärt der Schriftsteller. Die Recherchen im Vorfeld waren die bislang Aufwendigsten seiner Schriftsteller-Karriere. „Ich habe ein halbes Jahr wissenschaftliche Arbeiten gelesen, bevor ich mit dem Schreiben begonnen habe. Das ist bei mir beinahe zu einer Besessenheit geworden. Man beschäftigt sich so intensiv mit dem Thema, dass man kaum noch an etwas anderes denken kann“, sagt er. Entstanden ist das Buch in seinem Arbeitszimmer im 1. Stock. Drei Bildschirme stehen dort auf einem Schreibtisch. Sitzt Andreas Brandhorst dahinter, verschwindet er in seiner eigenen Welt, reist in Gedanken zu den Sternen. Klappt es einmal nicht mit dem Schreiben, öffnet er die Balkontür, um den Blick über seinen Garten schweifen zu lassen, den Vögeln zu lauschen und neue Gedanken zu fassen.

Der Klausheider denkt viel nach über die Welt, die ihn umgibt. „Durch meine Jahre im Ausland und das voranschreitende Alter hat sich mein Blick auf Deutschland gewandelt. Ich bin kritischer geworden, hinterfrage mehr Dinge als früher“, meint er. Oft denke er auch darüber nach, wie sich Entscheidungen vor Jahrzehnten auf sein ganzes Leben ausgewirkt hätten. In Nordhorn möchte er bis ins hohe Alter noch zahlreiche Romane verfassen. „Ich werde schreiben, solange ich schreiben kann. Die besten Ideen für neue Bücher bekomme ich beim Laufen. Ich bin jeden Tag eine Stunde im Klausheider Forst unterwegs“, verrät der Autor.

Andreas Brandhorst signiert am Donnerstag, 1. Juni, ab 17 Uhr in der Buchhandlung „LeseZeichen“ an der Neuenhauser Straße 2 in Nordhorn seine Romane.

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