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Ermittlungen nach Schüssen auf Flüchtlinge

Am Sonntagnachmittag hat ein 21-jähriger Mann am Langschmidtsweg in Lingen aus seiner Wohnung im dritten Stock auf ein Flüchtlingsheim geschossen und dabei zwei Flüchtlinge verletzt – darunter ein Kind.

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13.06.2016 Ermittlungen nach Schüssen auf Flüchtlinge
Lingen: Nach den Schüssen auf ein fünf jähriges Mädchen und einen 18-Jährigen ermittelt die Polizei gegen einen 21-Jährigen. Das Entsetzten nach der Tat ist groß.

Lingen. Nach Erkenntnissen der Polizei hatte der Mann mit einem Luftgewehr aus einem Wohnungsfester im dritten Stock des Hauses geschossen und ein fünfjähriges Mädchen aus Mazedonien sowie einen 18-jährigen Syrer leicht am Bein verletzt. Die beiden Flüchtlinge hielten sich außerhalb der Unterkunft hinter dem Gebäude auf. Beide wurden im Krankenhaus Lingen ambulant behandelt.

„Zunächst hatte sich gegen 13.45 Uhr die Mutter des Mädchens gemeldet, da dieses eine Verletzung am Bein hatte. Die Frau ging davon aus, dass Unbekannte ihre Tochter mit Steinen oder Sand beworfen hätten. Die Polizei nahm den Sachverhalt auf, konnte jedoch keinen Täter feststellen“, heißt es in einer Mitteilung der Polizei.

Gegen 14.45 Uhr beobachtete dann ein Zeuge, wie aus einem Fenster im dritten Stock eines benachbarten Hauses an der Langenbielauer Straße geschossen wurde. Dadurch wurde der 18-Jährige leicht am Bein verletzt. Die Polizei durchsuchte die Wohnung des 21-Jährigen und stellte ein Luftgewehr und Munition sicher. Die Entfernung vom Fenster der Wohnung bis zur Flüchtlingsunterkunft beträgt etwa 40 Meter.

Tatverdächtiger weiter auf freiem Fuß

Die „Antifaschistische Aktion (afa) Lingen“ berichtet auf ihrer Webseite, dass es sich bei dem Tatverdächtigen um einen „lokalen Neonazi“ handeln soll, der bereits bei einer NPD-Kundgebung in Erscheinung getreten sei, „Kontakte in die regionale Neonaziszene pflegt und keinen Hehl aus seinem Waffen-Fetisch macht“.

„Ob die Tat politisch motiviert ist, steht derzeit nicht fest“, erklärte hingegen am Montagmorgen die Polizei, die keine näheren Angaben zum Tatverdächtigen machte. „Diesbezüglich dauern die Ermittlungen des Kommissariats für Staatsschutzdelikte in Lingen und der Staatsanwaltschaft Osnabrück an.“

Am Montagmittag hieß es ergänzend vonseiten der Polizei: „Da keine Haftgründe vorlagen, verblieb der Mann auf freien Fuß. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet.“

Flüchtlingsheim mit Farbe beschmiert

Wie die „Lingener Tagespost“ berichtet, war bereits Ende April das damals noch unbewohnte Flüchtlingswohnheim mit Farbe beschmiert worden. Ob ein Zusammenhang mit der aktuellen Tat bestehe, sei unklar. Der oder die Täter der Farbschmierereien seien laut Polizeiangaben bislang nicht ermittelt worden.

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13.06.2016 OB Krone: Schüsse auf Flüchtlinge sind verabscheuungswürdig
Lingen: Lingens Oberbürgermeister Krone fordert nach den Schüssen auf ein fünf jähriges Mädchen und einen 18-Jährigen schonungslose Aufklärung.

Der Lingener Oberbürgermeister Dieter Krone äußerte sich „entsetzt und schockiert“. Er sprach im Interview mit dem regionalen Fernsehsender ev1.tv von einem „feigen Anschlag auf unschuldige Menschen“ (siehe Video). Die Tat sei „verabscheuungswürdig“. Er hoffe, dass der Täter „mit aller Schärfe des Gesetzes“ seine „gerechte Strafe“ erhalten werde.

Einen weiteren Bericht samt Kommentar lesen Sie am Dienstag in den Grafschafter Nachrichten – auch hier im E-Paper.

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Die Meinung unserer Leser

23 Leserkommentare

1. | Kein Spanier | Montag, 13.06.2016 | 12:23 Uhr

Zitat: "Am Montagmittag hieß es ergänzend vonseiten der Polizei: „Da keine Haftgründe vorlagen, verblieb der Mann auf freien Fuß. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet.“ Es liegen keine Haftgründe vor, wenn jemand auf Menschen schießt?? Wie krank ist das? Ich verstehe diese Rechtssprechung in keinster Art und Weise!

2. | Andere Meinung | Montag, 13.06.2016 | 13:05 Uhr

@Kein Spanier: Hier für Sie die Haftgründe aus der StPO: https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__112.html Ich glaube nicht dass Sie genug Informationen haben, um beurteilen zu können ob solche vorliegen. Außerdem hat das wenig mit der Rechtsprechung zu tun wenn der Ermittlungsrichter keine Haftgründe annimmt. Das ist eine Tatsachenentscheidung und eine Abwägung zwischen Grundrechten und einer funktionierenden Rechtspflege. Hier ist die Abwägung zugunsten des Grundrechts gefallen. Ob Sie das für richtig halten oder nicht ist irrelevant. Wenn man keine Ahnung hat usw...

3. | Der Rentner | Montag, 13.06.2016 | 13:30 Uhr

Andre Meinung: Der Satz, wenn man keine Ahnung hat, schlägt dem Fass den Boden aus. Steht etwa im Grundrecht, daß ich mit einem Luftgewehr auf Personen schießen darf. Es wird Zeit das Menschen mit Verstand entsprechende Gesetze erlassen, und Opfer vor Täterschutz stellen. Sonst fliegt uns unsere noch "friedliche" Region schneller um die Ohren als wie wir gucken können.

4. | Kein Spanier | Montag, 13.06.2016 | 13:38 Uhr

...ich glaube, wenn sich jemand mit eine Waffe an ein Fenster stellt und auf Menschen schießt, kann es in keinster Weise um Grundrechte und oder Abwägungen gehen. Es ist krank, und wenn ein Täter dann nicht in Haft kommt, läuft etwas gehörig schief. Hier braucht es keine "Andere Meinung", sondern Leute mit Eiern in der Hose, die den Spinner dahin stecken, wo er hingehört.

5. | Guy Incognito | Montag, 13.06.2016 | 14:01 Uhr

Hier braucht es vor allem Leute, die mal Ahnung vom deutschen Rechtssystem haben. Der Schütze wird sich vor einem Gericht verantworten müssen. Dort wird dann auch Recht gesprochen. Jetzt sah der Ermittlungsrichter - quasi eine Schnellinstanz um Eingriffe in Grundrechte zu legitimieren - keinen Grund zur Untersuchungshaft. Das ist aber kein Freispruch, denn das Verfahren zu der Straftat wird erst noch stattfinden. Der Ermittlungsrichter hat vereinfacht gesagt festzustellen, ob der Straftäter zur Gerichtsverhandlung erscheint bzw. ob Dinge im Zusammenhang mit der Straftat verändert werden. Auch als Absetzen oder Verdunkelungsgefahr bekannt. Das scheint hier nicht gegeben. Auch die Gefahr der Wiederholung scheint man nicht zu sehen. Warum hier als mal wieder so viele los brüllen, verstehe ich nicht. Die Tat wird in einem ordentlichen Prozess gesühnt.


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