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Federer triumphiert beim Turnier in Indian Wells

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Roger Federer hat sich im Finale von Indian Wells gegen Stan Wawrinka durchgesetzt. Foto: Mark J. Terrill

Nach seinem Grand-Slam-Titel bei den Australian Open triumphiert Roger Federer auch in Indian Wells. Über seinen phänomenalen Saison-Auftakt ist der Schweizer selbst überrascht. Einen verbalen Ausrutscher seines Final-Gegners Stan Wawrinka nimmt er entspannt.

dpa Indian Wells. Nach den etwas anderen Glückwünschen seines Kumpels Stan Wawrinka lachte Roger Federer noch lauter. Amüsiert freute sich der Australian-Open-Sieger über seinen Coup beim Masters in Indian Wells.

Sein unterlegener Final-Gegner kämpfte mit den Tränen der Enttäuschung und konnte seinen Frust nicht verbergen. „Ich möchte ihm gratulieren. Er lacht, er ist ein Arschloch, aber es ist okay“, rutschte Wawrinka bei der Siegerehrung heraus. Federer nahm die freundschaftliche, nicht ganz ernst gemeinte Beleidigung locker. Seinen zweiten phänomenalen Tennis-Triumph in diesem Jahr genießt er voll und ganz, es war eine erneute Ansage an die Konkurrenz.

„Was soll ich sagen? Es ist eine märchenhafte Woche gewesen“, sagte der Schweizer. „Unglaublich - mein märchenhaftes Comeback geht weiter. Es ist eine große Überraschung.“ Es wirkt ein bisschen so, als sei er erstaunt über sich selbst, als könnte er selbst nicht recht glauben, wie souverän er momentan auftritt. Mit fast 36 spielt der Routinier beeindruckend wie lange nicht.

Zum fünften Mal gewann er das mit 6,9 Millionen US-Dollar dotierte ATP-Event in der kalifornischen Wüste. Der stets für sein elegantes Spiel gelobte Maestro feierte seinen 90. Turniererfolg und seinen 25. Masters-Titel. Seine Zwillingstöchter Charlene und Myla hüpften auf der Tribüne. Sein Freund Tommy Haas, erstmals in der Rolle des Turnierdirektors, legte den Arm um seine Schulter.

Federer selbst war nach dem verwandelten Matchball gerührt. „Letzte Saison gewann ich kein einziges Turnier. Die Unterschiede sind dramatisch. Aber es fühlt sich großartig an“, sagte er. „Es war nicht Teil meines Plans, in Australien und hier zu gewinnen. Ich muss meine Ziele neu definieren. Es ist ein Traum-Start.“

Noch zu Beginn des Jahres wusste der Routinier nicht, was noch in ihm steckt. Monate mit Zweifeln und Skepsis lagen hinter ihm, ein halbes Jahr hatte er pausiert. Das verkorkste 2016 mit einer Knie-OP und Rückenschmerzen, mit nur sieben Turnier-Teilnahmen und ohne Titel endete für ihn - gezwungenermaßen - frühzeitig. Beim Baden seiner Töchter hatte er sich nach den Australian Open einen Meniskusriss zugezogen, hatte danach nicht mehr zur gewohnten Form gefunden.

Völlig unerwartet sicherte er sich gleich bei seinem Comeback seinen 18. Grand-Slam-Titel, den ersten seit Wimbledon 2012. Nun triumphierte er auch nach einem erneuten Sieg über Melbourne-Finalist Rafael Nadal in Indian Wells, das als wichtigstes Turnier nach den vier Grand-Slam-Events gilt. Nicht der Weltranglisten-Erste Andy Murray und nicht dessen Vorgänger Novak Djokovic dominieren den ersten Saisonabschnitt. Sondern Altmeister Federer. Er tastete sich bei seiner Rückkehr nicht erst langsam vor.

Auf Weltranglistenplatz sechs rückte er wieder vor, als Nummer 17 war er in das Jahr gestartet. Selbst mit der Rückkehr auf Rang eins spielt er in Gedanken. Beim nun anstehenden Hartplatz-Turnier in Miami könnte es für ihn gleich erfolgreich weitergehen. Djokovic und Murray fehlen verletzt. Sand ist dann nicht sein Lieblingsbelag, Federer dürfte sich eher auf die Rasensaison im Sommer konzentrieren. „Ich hoffe, dass mir mein Körper weiter erlauben wird zu spielen.“

Die Lust am Tennis hat der zweifache Zwillingsvater noch längst nicht verloren. Derzeit tritt er fit und entspannt auf und genießt den Moment. Mit Haas und Grigor Dimitrow sang Federer in Indian Wells „Hard to say I'm sorry“ und scherzte, eine Boyband gründen zu wollen. Die freundschaftliche Beleidigung von Wawrinka verstand er als Kompliment.

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