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Hauke ist ein „Hingucker“ in einer fremden Kultur

 ein „Hingucker“ in einer fremden Kultur
Hauke (vorne links) knüpfte erste Kontakte zu chinesischen Jugendlichen in der Fußballmannschaft der Schule. Foto: Privat

Ein Jahr in China – das hat ein Nordhorner Schüler vor sich. Hier berichtet er von seinen ersten Wochen in dem fernen Land.

Nordhorn. Ich bin Hauke Damaschke aus Nordhorn und 16 Jahre alt. GN-Szene berichtete bereits im September, dass ich dieses Jahr in China verbringe. Nun wollte ich die Eindrücke der ersten Wochen in diesem fremden Land schildern.

An einem Dienstagmorgen im August war es soweit, meine Abreise nach China stand bevor. Als ich den Security-Check auf dem Flughafen in Bremen hinter mir gelassen hatte, wusste ich: Jetzt geht es los! Die Vorfreude auf das Jahr stieg noch mehr, als ich die anderen YFU-Austauschschüler, die ich bereits bei einer Vorbereitungswoche kennenlernen durfte, wieder getroffen habe, um den Flug gemeinsam zu bestreiten. Die Nervosität war bei allen mindestens so groß wie die Vorfreude.

 ein „Hingucker“ in einer fremden Kultur
Der Unterricht – überhaupt das ganze Schulwesen – unterscheidet sich sehr vom Deutschen.

Nachdem wir gegen 8.30 Uhr Ortszeit (2.30 Uhr deutsche Zeit) endlich in Peking gelandet waren, wurden wir bereits von Mitarbeitern von Youth For Understanding (YFU) erwartet. Diese brachten uns in eine Unterkunft in der Nähe von Peking. Insgesamt sind wir eine Gruppe von 25 Austauschschülern, die in diesem Jahr mit YFU nach China gereist sind. In einem viertägigen Camp wurden wir noch einmal auf die Herausforderung – ein Jahr in einer fremden Kultur zu leben – vorbereitet. Uns wurden wichtige Regeln und Angewohnheiten vorgestellt, damit wir uns auf diese einstellen können. Zum Beispiel ist es durchaus erlaubt, beim Essen zu schlürfen und zu schmatzen.

Am Samstag ging es zu den Gastfamilien. Meine Gastfamilie empfing mich trotz der Verständigungsprobleme sehr herzlich. Die nächsten zwei Wochen verbrachte ich vormittags in einem Sprachkurs, den ich mit fünf anderen Austauschschülern in Peking besucht habe. Anschließend waren wir oft noch gemeinsam unterwegs. Dabei haben wir das eine oder andere Mal erfahren, wie Chinesen auf Ausländer reagieren: Erst sind sie verwundert und starren einen – für uns sehr direkt – an. Dann folgt oft, dass sie versuchen, heimlich (oder auch nicht heimlich) Fotos von uns zu machen. Allerdings meistens, ohne vorher zu fragen. Daran mussten wir uns erst einmal gewöhnen.

Gastmutter hilft

Meine Gastmutter half mir dabei, so bald wie möglich chinesische Kontakte zu knüpfen. Dank ihrer Hilfe konnte ich noch im August das erste Mal mit der Schul-Fußballmannschaft trainieren. Spieler und Trainer waren direkt sehr freundlich und versuchten schnell, so gut wie möglich auf Englisch mit mir zu kommunizieren. Das Training besuche ich seitdem regelmäßig.

Am 1. September begann die Schule hier in China. Am ersten Tag war eine große Zeremonie, von der ich leider nichts verstanden habe. Bis zu dem Zeitpunkt wusste ich nicht, in welche Klasse ich komme – und die Klasse wusste auch noch nicht, dass ich bald dort im Unterricht sitze. Als ich mit dem Klassenlehrer den Raum betrat, kam mir von den Schülern ein lautes „Wow“ entgegen. Nachdem der Lehrer dann ein paar Sätze gesprochen hatte (Ich bin mir bis heute nicht sicher, was er gesagt hat…), wurde ich mit kräftigem Applaus und Gejubel in der Klasse willkommen geheißen. Die Aufregung hat sich dann aber schnell gelegt.

Frühsport in der Schule

Die Schule in China ist um einiges anders als meine bisherige in Nordhorn. Es beginnt damit, dass man Montag bis Donnerstag acht Schulstunden zwischen 7.20 und 16.50 Uhr hat und am Freitag sieben Stunden zwischen 7.20 Uhr und 15.55 Uhr. Der Unterricht findet in einzelnen Stunden statt mit jeweils fünf Minuten Pause plus Mittagspause. Außerdem ist nach der zweiten Stunde noch Frühsport. Am Montag wird in dieser Zeit allerdings eine Zeremonie zum Hissen der Fahne Chinas abgehalten.

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Ein Gruppenfoto von den Austauschschülern, mit den Betreuern. Foto: privat

Der Unterricht ist auch anders aufgebaut: Der Lehrer hält einen Vortrag und die Schüler werden kaum eingebunden. Zudem haben die Schüler nach dem sehr langen Schultag auch noch große Mengen an Hausaufgaben zu erledigen, sodass mir meine Klassenkameraden des Öfteren erzählen, dass sie im schlimmsten Fall bis nachts um 1 Uhr noch Hausaufgaben gemacht haben. Außerdem kommt es manchmal auch vor, dass die Schüler am Wochenende zur Schule müssen – wobei ich diese Regelung noch nicht so ganz durchschaut habe. Alles in allem kann man sagen, dass die Schule in China wesentlich anstrengender ist als in Deutschland und den Tagesablauf sehr bestimmt.

Ich bin aufgrund meines noch sehr niedrigen Sprachniveaus von den Hausaufgaben befreit und darf mich im Unterricht voll aufs Chinesisch lernen konzentrieren, was mir sehr entgegenkommt, da ich dadurch stetig weiter komme.

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Die Meinung unserer Leser

1 Leserkommentar

1. | Erzieher | Donnerstag, 10.11.2016 | 16:06 Uhr

Man kann Hauke nur beglückwünschen zu seiner Entscheidung für ein Jahr in ein anderes Land zu gehen, dort Schule, Land und Leben kennzulernen. Ich habe vor einigen Jahren zwei mal in einer Stadt nahe Nanking an einer Berufsschule unterrichtet. Auch für mich eine große Erfahrung. Dabei habe ich auch die Unterschiede kennengelernt. Kann nur jedem empfehlen solche Erfahrungen zu sammeln, ob es nun in China, USA oder auch nur kurz über die Grenze in den Niederlanden ist.


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