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Im aktuellen HSG-Etat fehlen 160.000 Euro

len HSG-Etat fehlen 160.000 Euro
An den Kragen geht es HSG-Spielmacher Alex Terwolbeck in dieser Szene, jetzt gab der Handball-Zweitligist finanzielle Probleme bekannt. Archivfoto: Kersten

Sollte das Geld nicht zeitnah beschafft werden können, droht zudem ein negativer Bescheid der Lizenzierungskommission – und damit das Aus des Zweitliga-Handballs in der Region.

Lohne. Der HSG Nordhorn-Lingen fehlen 160.000 Euro am Etat der laufenden Saison. Das teilte der Handball-Zweitligist am Donnerstagabend mit. Bei einem Pressegespräch in den Räumen der Firma Landwehr, die zu den Sponsoren des Tabellenachten zählt, machte HSG-Geschäftsführer Gerhard Blömers klar, dass die Marketing-Gesellschaft, die wirtschaftlicher Träger des Bundesliga-Handballs ist, dringend weitere Finanzspritzen benötigt, um die Saison geordnet zu Ende spielen zu können. Doch damit ist das Problem noch nicht gelöst: Auch am Budget für die kommende Spielzeit fehlen aktuell um die 200.000 Euro. Hier drängt ebenfalls die Zeit, denn die Unterlagen der Erst- und Zweitligisten für das Lizenzierungsverfahren mussten bis 1. März bei der HBL sein.

Spätestens bis Mitte April muss der Nachweis der Absicherung des Defizits über 160.000 Euro zwingend vorliegen. Denn: „Einerseits ist dieser Nachweis Voraussetzung für eine positive Entscheidung der Lizenzierungskommission der HBL, die für Mitte April erwartet wird“, heißt es in der Mitteilung der HSG, die zudem ausführt: „Andererseits müssen diese zusätzlichen Gelder spätestens Ende März/Anfang April abrufbar zur Verfügung stehen, um die Liquidität und damit den Spielbetrieb bis zum Saisonende sicherzustellen.“

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09.03.2017 Finanzielle Sorgen bei HSG Nordhorn-Lingen
Der HSG Nordhorn-Lingen fehlen 160.000 Euro am Etat der laufenden Saison. Sollte das Geld nicht zeitnah beschafft werden können, droht zudem ein negativer Bescheid der Lizenzierungskommission – und damit das Aus des Zweitliga-Handballs in der Region.

Die Gehälter für Spieler, Trainer und Mitarbeiter hat die Marketinggesellschaft nach Angaben von Blömers bislang stets pünktlich bezahlt. Auch das Februar-Salär soll bis zum üblichen Termin angewiesen werden. Das heißt bei der HSG, dass die Mannschaft und die Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle das Gehalt des vergangenen Monats zum 10. des Nachfolgemonats auf dem Konto haben. Auch das Gehalt für März werde wohl noch bezahlt werden können; dann allerdings ist allmählich Ebbe in der Kasse. Droht der HSG die Zahlungsunfähigkeit, bleibt Blömers, der am Donnerstagabend gemeinsam mit Thomas Lüdtke aus dem Business-Team die Öffentlichkeit informierte, nichts anderes übrig, als Insolvenz anzumelden. Ein Schreckensszenario, das die Handballer schon einmal erlebt haben, als in der Saison 2008/2009 der Vorgängerin der aktuellen Marketing GmbH die Luft ausging.

Doch so weit ist es noch nicht. Blömers und Lüdtke sowie Kapitän Nicky Verjans und Trainer Heiner Bültmann, die ebenfalls auf dem Podium vor den Pressevertretern Platz nahmen, haben die Hoffnung, dass aus dem bestehenden Pool der etwa 150 Sponsoren zusätzliches Geld locker gemacht werden kann. Und natürlich hoffen sie darauf, kurzfristig auch neue Unterstützer akquirieren zu können, um die finanzielle Lücke zu schließen.

Sponsoringeinnahmen für die laufende Saison „deutlich unter Plan“

Wie die entstanden ist, erklärten die Verantwortlichen der Marketinggesellschaft so: Schon zu Beginn der Saison 2015/16 habe „eine kleine Unterdeckung“ vorgelegen. Seither hätten sich erhebliche Steigerungen sowohl bei den Heimspielkosten (Bewirtung, Bandentransport, Mediagebühren), als auch im Bereich Werbung durch die Anschaffung einer neuen LED-Bande eingestellt. Erschwerend hinzugekommen seien „Abgabennachbelastungen, sodass die Saison 2015/16 mit einem Fehlbetrag abgeschlossen werden musste“. In der aktuellen Saison lägen die Sponsoringeinnahmen „deutlich unter Plan“, weil Sponsoren abgesprungen oder mündliche Zusagen nicht eingehalten worden seien; zudem sei der Etat durch ein weiterhin hohes Kostenniveau belastet worden, „sodass sich kumuliert das oben genannte Defizit einstellt“.

Finanzprobleme erschweren die Personalplanung

Die finanziellen Probleme haben bereits jetzt gravierende Auswirkungen auf die Personalplanung für die kommende Saison. Nach dieser Spielzeit laufen die Verträge von neun Spielern aus. Und längst hätten die Gespräche mit Alex Terwolbeck, Patrick Miedema, Frank Schumann, Jürgen Rooba, Lutz Heiny, Matthias Poll, Yannick Fraatz und Fabian Kaleun geführt werden müssen, wie es mit ihnen weiter geht. Doch Bültmann sind derzeit die Hände gebunden. Mit Asbjörn Madsen hat sich bereits ein Akteur entschlossen, den Klub zu verlassen, allerdings weil ihn eine attraktive Offerte zurück in die dänische Heimat lockt. Doch für ihn muss auf der Kreisläufer-Position Ersatz beschafft werden; und da wird es dringend Zeit, dass Bültmann seine Fühler nach geeigneten Kandidaten ausstreckt.

„Der Lizenzantrag für die Saison 2017/18 wurde fristgerecht am 1. März eingereicht“, betonten die Verantwortlichen. Doch für den Gesamtetat von knapp 1,4 Millionen Euro würden Einnahmen aus dem Sponsoring von etwa einer Million benötigt. „Verglichen mit den derzeit vorliegenden Zusagen bedeutet das eine Erhöhung von rund 200.000 Euro“, heißt es in der Mitteilung, „auch für diese zusätzlichen Mittel benötigen wir zeitnah verbindliche Zusagen unserer Partner.“

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Die Meinung unserer Leser

28 Leserkommentare

1. | Hermi | Donnerstag, 09.03.2017 | 18:46 Uhr

Tja, kommt mir irgendwie bekannt vor. Was soll man da noch zu sagen.

2. | FussballFreund | Donnerstag, 09.03.2017 | 19:53 Uhr

Tja..... Schade aber unsere Region muss wohl so langsam einsehen das Sport mit hohem finanziellem Aufwand nicht möglich ist. Egal ob Handball Fußball oder Eishockey,sobald es etwas in die professionelle Richtung gehen soll wird es leider sehr eng. Da fehlen halt zuverlässige Sponsoren die auch bereit sind sich längerfristig zu engagieren. Selbst bei den Fußball Vereinen der Region ist es schwer die 1ten Mannschaften zu finanzieren. Und da sind wir 3 bis 4 Ligen vom Profisport entfernt.

3. | Team Grafschaft | Donnerstag, 09.03.2017 | 20:23 Uhr

Warum nicht Grafschafter Teams, ein Spitzenteam im beriech Fussball, eins im Handball, eins beim Volleyball usw.? Durch die Vielzahl an kleinen Vereinen nimmt man sich doch die Chance hier in der Grafschaft (und ich schreibe nicht Nordhorn!) etwas aufzubauen. Warum nicht eine Mannschaft bilden aus den besten Spielerinnen und Spielern und die abgebenden Vereinen dafür an en Einnahmen beteiligen? Wenn ich mir nur den Fußball mal angucken: 4-5 Mannschaften aus Nordhorn, 2 x Bad Bentheim, Gildehaus, Schüttorf, Lohne, Uelsen, Wielen, Neuenhaus, Emlichheim, usw. Aus den Mannschaften könnte man doch gewiss eine super Grafschafter Mannschaft bilden, die attraktiven Fußball bietet auf hohem Niveau = Einnahmen werden eher fließen = Attraktivität der Grafschaft steigern = usw. So nimmt jeder sich etwas vom Kuchen und keiner wird satt. Aber alle wollen mitessen! Klappt nicht. Die HSG sollte sich mit anderen Grafschafter Vereinen zusammensetzen und dann eine Lösung finden, die kostengünstiger ist!

4. | Hannes | Donnerstag, 09.03.2017 | 20:25 Uhr

Gute Arbeit fängt im Nachwuchs an. Und wenn ich das so verfolge wird hier seit ca. Jahren gepennt. Nachwuchs ist das a und o in jedem Verein... Man wird sehen was im Endeffekt dabei rauskommt..... Vermute das ist der Anfang vom Ende (ein wiederholtes mal)

5. | Otto | Donnerstag, 09.03.2017 | 20:50 Uhr

Na, dann hat sich der teilweise Umzug und der Namenszusatz Lingen ja richtig gelohnt... Es sollte doch alles besser werden, aber das war ja dann wohl ein Griff ins Klo.


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