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Jugendhaus zieht in ein „chilliges“ Domizil

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Viele Renovierungsarbeiten im neuen Gebäude sind bereits erledigt, freute sich Samtgemeindebürgermeister Günter Oldekamp (zweiter von rechts).Foto: Hamel
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  • Viele Renovierungsarbeiten im neuen Gebäude sind bereits erledigt, freute sich Samtgemeindebürgermeister Günter Oldekamp (zweiter von rechts).Foto: Hamel
  • Das neue Gebäude hat Einschränkungen: Aus Brandschutzgründen darf das Obergeschoss nicht genutzt werden. Foto: Hamel

Der Jugendtreff Neuenhaus zieht nach sieben Jahren vom Bahnhof an die Lager Straße 11 um. Der Übergangsstandort soll im Juni eröffnet werden. Grund für den Wechsel: Der alte Bahnhof wird für den Bahnanschluss gebraucht.

Neuenhaus. Von der Reaktivierung des Personenverkehrs Ende 2018 versprechen sie die Kommunen der Grafschaft viele Vorteile – das ist in Neuenhaus nicht anders. Für das Jugend- und Kulturzentrum „Gleis1“ bedeutet der Bahnanschluss aber einen erneuten Umzug innerhalb weniger Jahre: Seit 2010 war die Einrichtung im alten Bahnhofsgebäude ansässig. „Wir dachten, dort könnten wir 20 Jahre lang bleiben“, sagt Jugendhausleiter Rüdiger Eilts. Doch nun wird der Bahnhof wieder für die Erfüllung seines ursprünglichen Zwecks benötigt und das „Gleis1“ muss eine neue Bleibe finden. Derzeit läuft der Umzug in die Räume an der Lager Straße 11.

In dem ehemaligen Mehrfamilienhaus, das im Besitz der Stadt Neuenhaus ist, können die Jugendlichen und Mitarbeiter nach der Fertigstellung das komplette Erdgeschoss nutzen: Eine Küche, ein Gruppen- und Kreativraum, das Internetcafé und zwei Büros stehen zur Verfügung. Zudem wurde ein geräumiger Container auf dem rückwärtigen Teil des Grundstücks aufgestellt, in dem künftig die Theke, eine Sofaecke und der Billardtisch untergebracht sind. Das Obergeschoss des Hauses kann aus Brandschutzgründen nicht genutzt werden. Die nötigen Anpassungen hätten den Kostenrahmen gesprengt, erklärt Stadtdirektor und Samtgemeindebürgermeister Günter Oldekamp.

Bislang zeigen sich alle Beteiligten der Stadt, des Vereins Unabhängiger Jugendtreff Neuenhaus sowie die Mitarbeiter angetan von der neuen Behausung. Auch einige Vertreter der jugendlichen Klientel haben bereits den Kopf hineingesteckt und ein positives Urteil gefällt: „Ganz chillig!“ Außer in den Räumen können sich die künftigen Nutzer auch in dem weitläufigen Garten aufhalten. Ebenfalls gelobt wird die zentrale Lage. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: Einen Veranstaltungsraum bietet die Unterkunft ebenso wenig wie Möglichkeiten für Bandproben. Konzerte, Kurse und Workshops gilt es daher anderweitig zu organisieren. „Das Jugendzentrum ist in Stadt und Samtgemeinde gut vernetzt“, sagt Günter Oldekamp.

Was zunächst bestehen bleibt ist der Name der Einrichtung: Das Jugendhaus heißt weiterhin „Gleis1“, auch wenn es nicht mehr an den Bahnschienen liegt. Dies ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass der jetzige Standort nur eine Übergangslösung ist. Geplant ist der Kauf eines Grundstücks und der Neubau eines Jugendhauses, das den vielfältigen Ansprüchen der jungen Menschen gerecht wird. „Die Interessen verändern sich. Damit stellt sich die Frage: Wie können wir die Jugendarbeit der Zukunft in einem neuen Umfeld gestalten?“, so Oldekamp. Die Überlegungen reichen von Sport- und Bewegungsangeboten bis hin zu einem soziokulturellen Profil.

Dafür soll das Netzwerk aus Schulen, Musikschule, Samtgemeindebücherei und -jugendring um weitere Kooperationen mit Vereinen und Verbänden erweitert werden. Damit könnte sich auch der Nutzerkreis vergrößern. Um Anregungen zu gewinnen, ist die Besichtigung von „Best-Practice“-Beispielen in der Region vorgesehen. Mit der weiteren Planung, die nach der Sommerpause beginnen soll, werden sich die Stadt und ihre Gremien, die Vorstandsmitglieder des Jugendtreff-Vereins, die Mitarbeiter und die Jugendlichen selbst befassen.

Nun gilt es aber erst einmal, die Räumlichkeiten an der Lager Straße mit Leben zu füllen. Seit Ende April ist der Standort am Bahnhof geschlossen, in diesem Monat soll der Umzug komplett über die Bühne gehen, um im Juni die Pforten öffnen zu können. Viele Arbeiten – Streichen, neue Fußböden und Elektroinstallationen – sind bereits geschehen. „Ich danke ausdrücklich allen, die ihre Freizeit geopfert und mitgeholfen haben“, sagt Günter Oldekamp anerkennend. Alle hätten an einem Strang gezogen, und auch im Rathaus sei das Thema wichtig: „Das wurde immer offen kommuniziert: Für Kinder und Jugendliche wollen wir gute Bedingungen.“

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