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Kaum Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber nach Nordafrika

hiebungen abgelehnter Asylbewerber nach Nordafrika
Es hakt bei den Abschiebungen nach Nordafrika. Foto: Patrick Seeger

In der Silvesternacht von Köln rückten Nordafrikaner erstmals in den Fokus der Flüchtlingsdebatte. Zehntausende Migranten aus dem Maghreb sollten daraufhin abgeschoben werden. Das Attentat von Berlin zeigte jetzt: Abschiebungen sind extrem schwierig.

dpa Berlin/Tunis. Im vergangenen Jahr sind abgelehnte Asylbewerber aus Nordafrika kaum abgeschoben worden. In den Monaten Januar bis November sind nach Angaben des Bundesinnenministeriums 368 Menschen in eines der nordafrikanischen Länder abgeschoben worden.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge lehnte im gleichen Zeitraum jedoch 8363 Asylanträge aus diesen Ländern ab. Die tatsächliche Durchsetzung einer bestehenden Ausreisepflicht scheitere in der Praxis oftmals an verschiedenen Hemmnissen, teilte das Bundesinnenministerium auf dpa-Anfrage mit.

Neben gesundheitlichen Gefahren und konkreten Gefahren für Leib und Leben im Zielland werde eine zeitweise Duldung der abgelehnten Asylbewerber auch dann erteilt, wenn die Abschiebung wegen fehlender Papiere oder der Weigerung des Zielstaates nicht möglich sei.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) war im Frühjahr 2016 nach Tunesien, Marokko und Algerien gereist, um die schnellere Abschiebung von Menschen aus der Region zu besprechen. Im Jahr 2015 waren nach Angaben von de Maizière etwa 10.000 Marokkaner, 13.000 Algerier und 2.500 Tunesier nach Deutschland gekommen, die zum größten Teil keinerlei Bleibeperspektive hätten.

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