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Kunstrasenplatz: Grüne fordern mehr Fakten

nplatz: Grüne fordern mehr Fakten
Kunstrasenplatz für Schüttorf: Dieses Thema ist derzeit unter anderem in den politischen Ausschüssen umstritten. Foto: Fredrik von Erichsen

Ein möglicher Kunstrasenplatz im Sportpark in Schüttorf sorgt derzeit für Diskussionen. Unlängst hatten zwei Experten den Bedarf bescheinigt. Die Grünen kritisieren die vorschnelle Festlegung und fordern mehr Fakten.

gn Schüttorf. Auf den städtischen Flächen an der Salzbergener Straße soll bekanntlich ein Wohngebiet entstehen. Die drei vom FC Schüttorf 09 genutzten Sportplätze fallen an dieser Stelle weg. Auch die Schüttorfer Grünen halten einen Ausgleich für diesen Wegfall für erforderlich, schreiben sie in einer Pressemitteilung: „Im Gegensatz zu CDU und SPD stimmten die Grünen Vertreterinnen im Planungsausschuss gegen eine vorschnelle Festlegung in Richtung Kunstrasenplatz.“

Entscheidungsdruck

Die Schüttorfer Grünen sehen vor einer Beschlussfassung noch erheblichen Beratungsbedarf. Ortsverband und grüne Fraktion kritisieren den bisher aufgebauten Entscheidungsdruck scharf: „Für eine solch weitreichende und kostenträchtige Entscheidung lagen den Entscheidern bislang viel zu wenige Fakten vor.“ So monieren die Grünen dass das Bedarfsgutachten des Professors Thieme-Hack der Politik bislang nicht vorliegt. „Eigentlich sollte ein solches Gutachten den Ausschussmitgliedern vor der Sitzung schon zur Verfügung stehen, damit sie in der Sitzung auch fundierte Fragen stellen und sich vorbereiten können“, meint Harry van Zwieten vom Ortsverband. „Stattdessen gab es bislang nur in der Planungsausschusssitzung am 28. September eine Präsentation des Gutachtens.“ Es stelle sich auch die Frage, ob die Beschränkung des Gutachterauftrages auf den Sportpark des FC09 nicht ein großer strategischer Fehler sei. „Gibt es nicht alternative Lösungen für die Platznot des FC Schüttorf 09, die dadurch bislang außer Acht gelassen wurden? Ein zukunftsweisendes Sportstättenkonzept muss breiter angelegt werden und auch die anderen Fußballvereine und alle kommunalen Flächen mit einbeziehen“, fordern die Grünen.

„Alle Fakten müssen vor Entscheidung vorliegen“

Vor einer Entscheidung müssten den Ratsleuten alle Fakten vorliegen, verlangen die Grünen. Dazu gehören nicht nur das erwähnte Sportstättenkonzept für ganz Schüttorf mit der Erarbeitung von Alternativen, sondern auch eine Analyse vieler weiterer Fragen. „So wurde über Kosten, Abschreibungen, Pflegekosten, Folgekosten und Fördermöglichkeiten bislang nur am Rande gesprochen. Wer was bezahlen soll und welchen Anteil der Verein übernehmen könnte, wurde auch nur angerissen und dann sofort wieder ad acta gelegt“, beklagen die Schüttorfer Grünen.

Nicht nur die bisher grob geschätzten Investitionskosten von einer Million Euro der Gesamtmaßnahme und jährliche Folgekosten von 20.000 Euro aus Steuergeldern bereiten den Grünen Sorgen. Mögliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Nutzer wurden bisher nicht diskutiert. Dabei gebe es gerade hier ein großes Informationsdefizit. Nicht nur die Verletzungsgefahr sei ein Thema. Bei bestimmten Materialien könnte ein erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen bestehen. „Zahlreiche Berichte befassen sich derzeit mit diesem Thema, da sollte man in Schüttorf nicht die Vogel-Strauß-Taktik fahren. Als wir das Thema Gesundheit im Ausschuss angesprochen haben, wurden wir nur müde belächelt“, wird Ute Meier-Bergfeld, Mitglied Sportausschuss, in der Pressemitteilung zitiert. Aleida Niemeyer, Mitglied im Planungs- und Umweltausschuss, ergänzt: „Umweltthemen haben bislang gar keine Rolle gespielt.“

Zwischen 80 und 120 Tonnen Kunststoffmaterialien eingebaut

Ob möglicherweise eine Grundwassergefährdung durch Auswaschungen des Kunststoffgranulats oder Abwaschungen von Lacken, die das Granulat einhüllen, wissenschaftlich gesichert ausgeschlossen werden könne, sei noch nicht thematisiert worden. „Bei einem Kunstrasenplatz werden zwischen 80 und 120 Tonnen Kunststoffmaterialien eingebaut. Auch mit dem Thema der Entsorgung müssen wir uns schon heute befassen“, findet Aleida Niemeyer.

Arbeitsgruppe gegründet

Die Schüttorfer Grünen haben eine eigens für dieses Thema zuständige Arbeitsgruppe unter der Leitung des zukünftigen Ratsmitgliedes Harry van Zwieten gegründet. In den kommenden Wochen werde man sich intensiv mit dem Zusammentragen von Fakten und Antworten auf offene Fragen befassen, so van Zwieten. Claudia Middelberg ergänzt: „Wir wollen keine Ängste aufbauen, aber vor einer so großen Investition müssen alle Aspekte – auch unangenehme – bedacht und vor der Entscheidung abgewogen werden. Das sind wir als Ratsleute sowohl den steuerzahlenden Bürgern als auch den zukünftigen Nutzern schuldig.“

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