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KZ-Überlebende Erna de Vries in Wietmarschen

bende Erna de Vries in Wietmarschen
Erna de Vries kämpft mit der Erzählung ihrer Lebensgeschichte gegen das Vergessen. Archivfoto: Bernd Thissen/dpa

Eine auf den Arm tätowierte Häftlingsnummer erinnert Erna de Vries jeden Tag an das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte. Von den Schrecken der Nazizeit erzählt die 93-Jährige am 29. März in Wietmarschen.

gn Wietmarschen. Der Heimatverein Wietmarschen hat die Holocaust-Überlebende Erna de Vries zu einer öffentlichen Veranstaltung am Mittwoch, 29. März, ab 19.30 Uhr in die Aula der Sünte-Marien-Schule in Wietmarschen, Schulstraße 18 eingeladen. Für die 93-Jährige aus dem emsländischen Lathen ist es nicht der erste Auftritt vor Publikum. Bereits seit 20 Jahren erzählt sie in Schulen und bei Vereinsversammlungen immer wieder über die Judenverfolgung in der Zeit des Dritten Reiches, um das Schicksal der Millionen ermordeter Menschen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Wichtig ist ihr dabei vor allem, mit dem Vortrag junge Menschen zu erreichen, damit sich ähnliche politische Tendenzen in der Zukunft nie mehr wiederholen. Gerade in Zeiten zunehmenden Rechtspopulismus ist ihre Mahnung aktueller denn je.

Als Jüdin hat die 1923 in Kaiserslautern geborene Erna de Vries die Machenschaften der Nazis am eigenen Leib erlebt. Nachdem ihr Vater noch vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1930 starb, waren sie und ihre Familie den folgenden Repressalien schutzlos ausgeliefert. Ihr Traum Ärztin zu werden platzte, als die Nazis ihr verwehrten, das Abitur abzulegen. Doch das war nur der Auftakt größerer Schrecken.

1938 verwüsteten Gestapo-Männer die Wohnung der Familie de Vries. Fünf Jahre später wurden sie und ihre Mutter ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert, wo die Häftlingsnummer 50462 auf den Arm von Erna de Vries tätowiert wurde. Später folgte die Verlegung ins Konzentrationslager Ravensbrück. Ihrer Mutter versprach die 93-Jährige vor deren Tod im KZ, die Geschichte nie in Vergessenheit geraten zu lassen.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Am Eingang der Aula wird um eine Spende gebeten, die für Baumpflanzungen in Israel bestimmt ist.

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