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Mexiko will „natürlich nicht“ für Grenzmauer bezahlen

ll „natürlich nicht“ für Grenzmauer bezahlen
Die Grenze zwischen den USA und Mexiko. Foto: Martha Alicia Reyes

Schlagabtausch auf Distanz: Der künftige US-Präsident Trump bekräftigt seine Mauer-Pläne, Mexikos Staatschef Peña Nieto hält daheim dagegen. Die enge Beziehung zwischen den Nachbarn steht vor einer harten Bewährungsprobe.

dpa Mexiko-Stadt. Die Pläne des künftigen US-Präsidenten Donald Trump zum Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko sorgen für ein Fernduell zwischen den Nachbarn.

„Natürlich wird Mexiko nicht für die Mauer bezahlen“, sagte Mexikos Staatschef Enrique Peña Nieto bei der Jahrestagung des diplomatischen Korps in Mexiko-Stadt. Nur Stunden zuvor hatte Trump auf einer Pressekonferenz in New York seinen Plan bekräftigt, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu errichten, um die illegale Einwanderung zu stoppen.

„Wir werden eine Mauer bauen“, sagte der künftige US-Präsident. „Ich könnte eineinhalb Jahre warten, bis wir die Verhandlungen beenden, die direkt nach meinem Amtsantritt beginnen werden. Aber ich will nicht warten. Wir werden anfangen zu bauen. Auf irgendeine Art und Weise wird uns Mexiko für die Kosten der Mauer entschädigen. Sei es über eine Steuer oder eine Zahlung.“

Auch bei anderen Themen teilte Trump wieder ordentlich gegen das Nachbarland aus. „Mexiko nutzt uns aus. Das dürfen wir nicht zulassen“, sagte der künftige US-Präsident. Besonders US-Firmen, die Produktionsstandorte nach Mexiko verlegen, sind ihm ein Dorn im Auge. Solche Unternehmen würden künftig mit hohen Strafzöllen belegt, sagte er. Zuletzt hatte der Autokonzern Ford bereits ein Großprojekt in Mexiko beerdigt und stattdessen Investitionen in den USA angekündigt.

„Die neue Etappe in den bilateralen Beziehungen zwischen den USA und Mexiko wird eine große Herausforderung in diesem Jahr werden“, sagte Peña Nieto vor den Botschaftern und Konsuln. „Es ist offensichtlich, dass wir einige Meinungsverschiedenheiten mit der künftigen Regierung der Vereinigten Staaten haben.“

Die Beziehungen zwischen den USA und Mexiko sind eng und ambivalent. Die beiden Länder trennt die verkehrsreichste Grenze der Welt. Das Handelsvolumen beträgt mehr als 532 Milliarden US-Dollar (rund 502 Mrd Euro), der Großteil der mexikanischen Exporte geht in das Nachbarland im Norden. 34,6 Millionen Menschen mit mexikanischen Wurzeln leben in den Vereinigten Staaten. Probleme wie die organisierte Kriminalität und illegale Migration lassen sich allerdings nur gemeinsam lösen.

„Ich respektiere die Regierung von Mexiko. Ich respektiere das mexikanische Volk. Ich liebe das mexikanische Volk“, sagte Trump am Mittwoch auf seiner Pressekonferenz. „Ich habe viele Mexikaner, die für mich arbeiten. Sie sind phänomenal.“ Im Wahlkampf diffamierte er Mexikaner noch als Drogenhändler und Vergewaltiger.

Peña Nieto hatte Trump schon während des Wahlkampfes in Mexiko-Stadt empfangen. Der Kurztrip endete in einem PR-Desaster für die mexikanische Regierung. Trump sprach im Präsidentenpalast von seinen Mauerplänen, Peña Nieto stand sprachlos daneben. Das nahmen ihm viele Mexikaner übel.

„Alle Themen, die unsere bilaterale Beziehung bestimmen, stehen nun zur Debatte“, sagte der mexikanische Präsident am Mittwoch. „Niemals werden wir hinnehmen, dass unsere Würde als Land und als Mexikaner angegriffen wird.“

Der Ton zwischen Washington und Mexiko-Stadt dürfte nach Trumps Amtsantritt Ende kommender Woche schärfer werden. „Alles deutet darauf hin, dass Trump zu seinen Positionen gegenüber Mexiko steht, dass er seine Haltung nicht geändert hat“, sagte der Politikwissenschaftler José Antonio Crespo vom Forschungszentrum CIDE der Deutschen Presse-Agentur. „Die mexikanische Regierung sollte sich auf Konfrontationen und harte Verhandlungen einstellen.“

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Die Meinung unserer Leser

4 Leserkommentare

1. | Observator | Donnerstag, 12.01.2017 | 11:10 Uhr

Trump scheint von allen guten Geistern verlassen. Man stelle sich vor, Ulbricht hätte die Kosten der Mauer der Bundesrepublik in Rechnung gestellt. Ich habe den Eindruck, dass ihm die wirtschaftliche Entwicklung in Mexiko wie aber auch in vielen anderen Ländern vollkommen egal ist. So wird die Welt nicht sicherer und menschlicher. Die Rückbesinnung auf alte Industrien in den USA werden auch langfristig keine Arbeitsplätze sichern, die Umwelt wird auch Schaden nehmen, wenn er wieder Kohle und Öl forciert. Glaube auch das das politische Klima in den USA wie auch weltweit Schaden nehmen wird, dein Umgang mit Presse und politischen Gegnern lassen nichts gutes erwarten. Auch seine Einschätzung, ob Russland nun gehackt hat oder nicht, zeugt nicht von durchdachter Politik. Ich mache mir Sorgen ob dieser Entwicklung.

2. | Der Rentner | Donnerstag, 12.01.2017 | 13:03 Uhr

Walter hat die Kosten der Mauer der Bundesrepublik nicht in Rechnung gestellt. Diese Aufgabe hat Helmut übernommen, in dem er: 1. 100 DM Begrüßungsgeld aus dem Rententopf genommen hat. 2. Den Soli bis in alle Ewigkeit eingeführt hat.

3. | Demokrat | Donnerstag, 12.01.2017 | 14:30 Uhr

Glaube der Rentner sucht ein Forum um seinen Frust bezüglich der Wiedervereinigung los zu werden. Was das ganze mit Trump zu tun hat versteh ich nicht. Trump scheint Politik ohne Rücksicht auf andere Länder machen zu wollen. Glaube auch nicht, dass er sich für wirtschaftlich Schwache, Latinos oder Farbige einsetzen wird. Hoffe das Erwachen wird nicht zu heftig.

4. | anando | Donnerstag, 12.01.2017 | 20:29 Uhr

@ 1: Ich bewundere, wie sachlich Sie diese (zutreffenden) Beschreibungen formulieren. Ich persönlich habe deutliche Probleme mich zu kontrollieren, heißt: meine Kommentare bzgl. dieser Person in normal - respektvollem Sprachstil zu halten. - Ich erinnere mich dunkel an sowas wie „Besinnungsaufsätze“ (?) während meiner Schulzeit: sammeln von Pro-/Kontraargumenten, abwägen, eigene Meinung bilden und begründen. Wird das Denken in Zusammenhängen nun offiziell Quatsch?? Führt dieser Mann nun auf „großer Bühne“ ein, dass drei, vier ca. 140 - Zeichen - Gezwitscher in frühen Morgenstunden Fakt und Wahrheit sind?, … also: das gültig für zumindest einen Tag bis halt zu den nächsten Morgenstunden? Reicht ab jetzt als Frage nach Begründungen: „Weil ich das sage/will.“? Echt Präsident ?? Werden Egozentrik, Unzuverlässigkeit, kalte Gleichgültigkeit, …. jetzt „salonfähig“? - Nur zum Denken: https://www.welt.de/politik/ausland/article157225862/Er-koennte-zum-Ende-der-Zivilisation-fuehren.html


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