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Mitarbeiter der Kfz-Zulassung verhaftet

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Der Tatort: die Kfz-Zulassungsstelle im Osnabrücker Stadthaus. Hier war der Beamte an der Kasse im Einsatz. Foto: David Ebener

Ein Beamter hat in der Kfz-Zulassungsstelle in Osnabrück durch „geschickte Manipulation“ wohl über Jahre einen insgesamt sechsstelligen Betrag aus der Kasse entwendet. Bis zuletzt war das der Stadt nicht aufgefallen.

Osnabrück. Die Mitteilung der Stadt in der Sache ist, wie zu erwarten, kurz und knapp: „Die Staatsanwaltschaft hat gegen einen Mitarbeiter der Stadtverwaltung Ermittlungen aufgenommen. In diesem Zusammenhang wurde auch der Arbeitsplatz durchsucht. Dienstrechtliche Konsequenzen werden überprüft.“

Hinter der „offiziellen Sprachregelung“ verbirgt sich nach Angaben der Osnabrücker Staatsanwaltschaft eine Festnahme auf frischer Tat in der Kfz-Zulassungsstelle, die für Fragezeichen hinsichtlich der bisherigen Bargeldabwicklung sorgt. Der Beamte, der an der Kasse die Gebührenzahlung abwickelte und den Kunden die Quittung ausstellte, damit anschließend die Bearbeitung von An- oder Abmeldung des Autos erfolgen konnte, soll einen Betrag von mehr als 100.000 Euro unterschlagen haben – vermutlich über mehrere Jahre.

Zugriff zur Mittagszeit

Der Zugriff in der ersten Maiwoche ist nach allem, was rund ums Stadthaus zu hören ist, wie in einer TV-Krimi-Serie abgelaufen. Kurz vor Mittag hat die Spezialabteilung „Zentrale für Korruptionsstrafsachen“ der Staatsanwaltschaft mit Unterstützung der Polizei zugeschlagen: Plötzlich sei im Erdgeschoss der Zugang zum Anbau-Flügel mit der Kfz-Stelle gesperrt worden. Alle Mitarbeiter hätten an dem Fleck stehen bleiben müssen, an dem sie sich gerade befunden hätten, dann sei der Schreibtisch durchsucht worden. Anschließend sei der Beschuldigte in Handschellen abgeführt worden.

Alles passierte genau in dem Moment, als der Beamte, gegen den schon einige Zeit ermittelt wird, gerade seinen Arbeitsplatz verlassen wollte – mit 900 Euro aus der Kasse in der Tasche. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Alexander Retemeyer: „Der Aktion ist eine operative Maßnahme vorausgegangen. Wir haben den Mann schon einige Zeit beobachtet und den Moment genau abgepasst.“ Im Stadthaus gibt es die Vermutung, dass im Zuge vorgenommener Umbauarbeiten in der Kfz-Stelle eine Observierungskamera mit Blick auf die Kasse installiert worden ist.

Gesammelte Belege in der Wohnung gefunden

Ins Visier der Ermittler ist der über 50-jährige Beschuldigte durch regelmäßige höhere Bareinzahlungen bei der Bank geraten. Es bestand der Verdacht der Geldwäsche oder Korruption.

Bei der Hausdurchsuchung nach der Festnahme ist in einem Zimmer, das der Mann noch in der Wohnung der Mutter hatte, eine große Zahl fein säuberlich abgehefteter Belege sichergestellt worden. Retemeyer: „Wir sind aber noch ganz am Anfang.“

Fragen nach dem Tatablauf

Die bisher nachgewiesene Schadenssumme bewegt sich nach seinen Angaben bei rund 60.000 Euro. Konkrete Angaben zur möglichen Höhe des Gesamtbetrages, der fehlt, könne er noch nicht machen.

Die große Frage, die unter den städtischen Mitarbeitern diskutiert wird: Wie ist es dem Beschuldigten gelungen, den Griff in die Kfz-Kasse zu verschleiern und einen Fehlbestand im Kassensystem zu vermeiden?

Neue Technik wird teuer

Dazu hält sich auch die Stadt bedeckt. Pressesprecher Sven Jürgensen: „Wir klären gerade die Sicherheitslücke und warten jetzt zunächst die Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft ab.“ Grundsätzlich gebe es bei Bargeldzahlungen das Vier-Augen-Prinzip. Der normale Bearbeitungsablauf an der Kasse sei, dass die Kunden eine maschinelle Quittung über den gezahlten Betrag bekommen, mit der sie dann wieder zum Sachbearbeiterplatz müssen, um ihr Anliegen abzuschließen.

Die Stadt Osnabrück will nach Möglichkeit auch beim notwendigen neuen System weiter Bargeldzahlung ermöglichen. Pressesprecher Jürgensen: „Bürger und Firmen erwarten bei einer Kfz-Stelle, dass sie direkt bezahlen können. Wir kommen hier an einen Punkt, wo es einen Konflikt zwischen Sicherheitserfordernissen und Bürgerfreundlichkeit gibt.“

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