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Museum für Radsportlegende Hennie Kuiper

r Radsportlegende Hennie Kuiper
Ein legendäres Foto: Hennie Kuiper ruft 1983 kurz vor dem Ziel des Radklassikers Paris-Roubaix verzweifelt nach einem Ersatzrad. Auch an diesen Part seiner Karriere wird in einem Museum erinnert. Foto: Freimuth Schulze

An dem Ort, an dem der Olympiasieger von München und Weltmeister Hennie Kuiper 1949 geboren wurde, erinnert jetzt ein Museum an seine einmalige Karriere. Zur Eröffnung kam viel Prominenz nach Noord-Deurningen.

Noord Deurningen. Selbst Dries van Agt, von 1977 bis 1982 Ministerpräsident der Niederlande, hatte es sich trotz fortgeschrittenen Alters am Mittwoch nicht nehmen lassen, den unmittelbar am Nordhorn-Almelo-Kanal gelegenen Hof Kuiper zu besuchen. Der inzwischen 86-Jährige reihte sich in die lange Liste der Gratulanten mit unter anderem den beiden ehemaligen holländischen Tour-de-France Siegern Joop Zoetemelk (1980) und Jan Janssen (1968) ein. Sie erwiesen der Twenter Radsportlegende Hennie Kuiper mit hunderten anderen Gästen die Ehre.

Geburtsort

Das einmalige Museum befindet sich an der Stelle, an der Hennie Kuiper am 3. Februar 1949 das Licht der Welt erblickte und von der aus er seine einmalige Radsportkarriere startete. In einem einst als Schweinestall errichteten Gebäude auf dem Hof Kuiper, das später als Strohlager diente, befindet sich seit dieser Woche das Museum Hennie Kuiper mit einer einmaligen Kollektion an Radsport-Erinnerungen. Darunter gibt es bisher noch nie gezeigte Trikots des einstigen Olympiasiegers und Weltmeisters, Radsportutensilien aus seiner persönlichen Kollektion sowie natürlich die Räder, mit denen er seine größten Erfolge feierte. Sein erstes selbst gemachtes Rennrad ist ebenso zu bewundern wie sein verschmutztes Trikot, in dem er 1983 unter dramatischen Umständen den legendären Radklassiker Paris-Roubaix gewann.

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Schwelgen in Erinnerungen: Hennie Kuiper und die bisher einzigen Tour-de-France-Sieger, Joop Zoetemelk und Jan Janssen (von links), beim Betrachten eines Fotoalbums in der Museumsbibliothek. Foto: Jürgen Lüken

Eröffnung

Hennie Kuiper war am Mittwoch natürlich der Mittelpunkt bei der Eröffnung seines Museums. Stolz führte er seine Gäste durch die imponierende Ausstellung, mit der Bibliothek auf dem Dachboden des freundlich und einladend gestalteten ehemaligen landwirtschaftlichen Gebäudes, mit hunderten von Radsportbüchern in einem meterlangen langen Regal. Von der Bibliothek aus blicken die Besucher durch eine gläserne Wand nach unten und können das Melken der Kühe verfolgen, die für die Milch Eissalon des Hofes produziert wird.

Ausstellungsstücke

Zu den Ausstellungsstücken zählt nicht nur die Goldmedaille der Olympischen Spiele von München, selbst die Platte und die Schrauben, mit der ein französischer Chirurg 1978 sein Schlüsselbein nach einem Sturz bei der Abfahrt des Col de Granier „reparierte“, sind in einer der zahlreichen Vitrinen zu sehen. „In dem Jahr hätte ich die Tour de France gewinnen können“, so Hennie Kuiper heute.

Siege

Zu sehen ist auch ein kleiner blauer Becher, den er am 11. Juli 1964 in Wierden gewonnen hatte. Es war sein erster Preis. Hennie Kuiper war damals von Noord Deurningen ins mehr als 40 Kilometer entfernte Wierden gefietst. Als er sich dort meldete, sagte man ihm, dass das Rennen nur für Jungen aus dem Dorf gedacht sei. Da stand der spätere Weltmeister dann im strömenden Regen. „Die Jury bekam Mitleid mit mir und ich durfte doch noch mitfahren. Ich wurde damals Zweiter“, so Kuiper, der während seiner sportlichen Karriere neben Paris-Roubaix auch den Radklassiker Mailand-San Remo, die Tour de Suisse sowie die Flandern-Rundfahrt und die Lombardei-Rundfahrt gewann. Er startete zwölf Mal bei der Tour de France, feierte drei Etappensiege und stand zwei Mal in Paris mit minimalem Rückstand auf den Sieger auf dem Podest.

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