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Nicht nur Rummel auf dem Rummel

 Rummel auf dem Rummel
Hochbetrieb auf der Nordhorner Maikirmes: Bei schönstem Wetter genossen viele Besucher gestern die Stunden vor dem Abschlussfeuerwerk.Foto: Konjer
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  • Hochbetrieb auf der Nordhorner Maikirmes: Bei schönstem Wetter genossen viele Besucher gestern die Stunden vor dem Abschlussfeuerwerk.Foto: Konjer
  • Echte Familienbetriebe sind die Schausteller der Maikirmes, wie dieser Schnappschuss von der Eröffnung zeigt. Hier muss buchstäblich jeder mit anpacken. Foto: Westdörp

Das Feuerwerk „zieht“: Am letzten Tag der Nordhorner Maikirmes war es Montagabend noch mal richtig voll auf dem Neumarkt. Das war in den vergangenen vier Tagen nicht immer so.

Nordhorn. Der Sonntagnachmittag war „richtig gut“. Die Schausteller sind mit ihren Umsätzen zufrieden, der Neumarkt war voller Menschen. Und erstmals gibt es sogar eine „amtliche“ Besucherzahl: Mehr als 10.000 Besucher kamen allein zwischen 14 und 18 Uhr auf die Frühjahrskirmes. Die Stadt hat die Besucher nämlich zählen lassen, um Zahlenmaterial für die anhaltenden Diskussionen um verkaufsoffene Sonntage zu bekommen.

10.000 Besucher in vier Stunden, das ist kein schlechter Wert. Und auch mit dem Samstagabend waren die Beschicker der Nordhorner Maikirmes mehr als zufrieden. „Das größte Volksfest der Region“, sagen die Schausteller und werben gern mit diesem Slogan.

Tatsächlich ist die Frühjahrskirmes auf dem Neumarkt nur das zweitgrößte Jahrmarktereignis in der Grafschaft: Vier Tage lang drehen sich jedes Jahr im Mai die Karussells auf dem Nordhorner Neumarkt. Bei der Herbstkirmes im Oktober ist es noch ein Tag mehr. Und sie gilt trotz des Wetterrisikos als besucher- und umsatzstärker.

Die Frühjahrsmärkte seien generell etwas schwieriger, heißt es in Schaustellerkreisen. Das gelte besonders auch für Nordhorn. Die diesjährige Frühjahrskirmes macht da keine Ausnahme, sie hat auch flaue Zeiten erlebt. „Am Freitag ging es erst etwas schleppend los“, berichtet Henrik Eickelkamp, Geschäftsführer des Schaustellerverbandes Nordhorn. Grund war womöglich das Wetter, das sich nicht entscheiden konnte zwischen schwüler Wärme und Platzregenschauern.

Aber auch am Samstagnachmittag und vor allem am Sonntagabend raunte mancher Karussellbetreiber mit Blick auf seine vielen unbesetzten Gondeln: „Da ist noch Luft nach oben“. Nicht nur, dass insgesamt deutlich weniger Besucher den Festplatz bevölkerten, unter ihnen waren auch überproportional viele „Sehleute“ – Besucher, die mal über den Platz bummeln, aber kaum Fahrgeschäfte oder Gewinnspiele nutzen wollten.

Schwieriges Geschäft

Der Sonntagabend sei in den letzten Jahren immer schwächer besucht, weiß Vorsitzender Werner Wegener vom Schaustellerverband. Da hätten viele Menschen etwas anderes vor, säßen vielleicht lieber zuhause im Garten oder vor dem Fernseher. Ohnehin sei das Geschäft insgesamt nicht einfacher geworden, sagt ein Schausteller, der schon lange Stammbeschicker der Nordhorner Kirmes ist. Schausteller müssen längst nicht mehr Abenteurer und Vagabunden, sondern scharf kalkulierende Geschäftsleute sein. Sie müssen nicht nur ihre Saison mit durchschnittlich 20 bis 24 Aufbaustandorten organisieren, sondern sehen sich dabei mit einem immer dichter werdenden Dschungel aus rechtlichen Vorgaben und Verboten konfrontiert.

Das beginnt mit zunehmenden Unsicherheiten bei der Platzvergabe und reicht über Arbeitszeit- und Mindestlohnvorgaben, Fahrverboten an Sonntagen und in innerstädtischen Umweltzonen bis hin zu EU-Vorschriften über Wind- und Standsicherheit sowie verschärften Kreditsicherungsvorgaben für die Finanzierung ihrer mitunter millionenteuren Fahrgeschäfte.

So wundert es nicht, dass Karussellbetreiber wie die bayerische Familie Zinnecker mit ihrer riesigen Überschlag-Schaukel „The King“ von ihrem Nordhorner Gastspiel mehr erhofft hatten. Das aufwendige, 2012 in Italien exklusiv für Zinnecker gebaute Fahrgeschäft braucht Fahrgäste, um seine Kosten einzuspielen. In Nordhorn standen viele Kirmesbesucher staunend davor, doch manche Gondel in dem Karussell blieb leer.

Dennoch gilt Nordhorn in Schaustellerkreisen als zwar beengter, aber attraktiver Aufbauort – nicht nur wegen seiner zentralen innerstädtischen Lage. Zwar liegen die Besucherzahlen deutlich unter denen größerer Jahrmärkte mit größerem Einzugsbereich wie in Osnabrück oder Münster, aber auch die Kosten sind hier geringer.

„Die meisten Schausteller sind mit der diesjährigen Frühjahrskirmes zufrieden“, so die Bilanz von Geschäftsführer Eickelkamp. Vor allen Verkaufsstände und Gastronomiebetriebe hätten gute Umsätze gemacht.

Grund zur Freude hatten die „Kirmesmacher“ noch einmal am gestrigen Abend: Am letzten Tag der Kirmes nutzten noch einmal Tausende Besucher das Angebot, durch die Gassen der Buden, Verkaufsstände und Karussells zu schlendern, zu staunen und mitzumachen und diesen letzten Kirmesbummel mit dem Blick auf die große Feuerwerkshow abzuschließen.

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