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„Nimm mich mit“ Mitfahrbänke für Senioren

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Die Mitfahrbänke sollen in Hemsen, Borken, Hüntel und Holthausen aufgestellt werden. Grafik: NOZ/Wittwer

„Nimm mich mit!“ Solche Schilder könnten demnächst in den Meppener Nordgemeinden an einigen Straßen zu sehen sein. Der SV Hemsen möchte dort Mitfahrbänke installieren und damit das Nahverkehrssystem verbessern.

Meppen. Wer auf dem Land wohnt und kein Auto hat, hat es schwer. Wenn zudem kaum Busse fahren, ist man nicht selten auf verlorenem Posten. Um hier Abhilfe zu schaffen, hat sich der SV Hemsen etwas einfallen lassen: Er setzt auf Mitfahrbänke und möchte sie gern in den Nordgemeinden einrichten. Den Anstoß für die Initiative gab Ansgar Deters. Das Prinzip der geplanten Einrichtungen ähnelt ein bisschen dem Trampen. „Es ist die seriöse Varikante“, schmunzelt Deters.

Keine zusätzliche Bushaltestelle

„Diese Bänke sind keine zusätzliche Bushaltestelle“, betont Hans-Dieter Schmidt, Vorsitzender des SV Hemsen und selbst stark gehbehindert. „Sie sollen vielmehr ein Versorgungsdefizit schließen.“ Viele Senioren aus den Nordgemeinden hätten ein Problem, in die Stadt zu kommen. Das finden Deters und Schmidt bedauerlich. Zum Einkaufen und für medizinische Untersuchungen zum Beispiel müsse man nun mal in die Stadt kommen. In Hemsen, Hüntel und den anderen Nordgemeinden Meppens „gibt es aber weder eine Einkaufs- noch eine medizinische Versorgungsmöglichkeit“, bedauert der Ex-Trainer des SV Meppen .

Der SV Hemsen stellt sich vor, dass die Mitfahrbänke nicht nur von Senioren genutzt werden könnten. Auch jungen Müttern etwa, die keine Möglichkeit hätten, mit ihren Kindern in die Stadt zu kommen, könnte so eine Mitfahrgelegenheit angeboten werden.

Mosaikstein im Mobilitätskonzept

Der SV Hemsen sieht in dem Modell der Mitfahrbänke einen Mosaikstein in einem Mobilitätskonzept, um das Leben in den Meppener Nordgemeinden attraktiver zu machen. Man müsse auch „bei uns auf dem Land in Hemsen etwas tun, um vor allem jungen und älteren Menschen das Leben leichter zu machen“, betont Ansgar Deters, Vorstandsmitglied des SV Hemsen. Dazu gehöre eben auch das Mobil-sein-Können. Und die Kommunikation: „Auf den Bänken kommt man ins Gespräch“, ist er überzeugt.

Mit den Mitfahrbänken soll den in den Nordgemeinden lebenden Menschen die Möglichkeit gegeben werden, von A nach B zu kommen, ohne auf den Bus warten oder jemanden fragen zu müssen, wer einen fährt. Das Prinzip des Modells, das bereits in einigen Regionen bundesweit funktioniert, setzt darauf, dass Autofahrer aus dem Dorf gezielt an den Mitfahrbänken vorbeifahren und dort Wartende mitnehmen. „In der Regel steigt da also niemand zu jemand Fremden ins Auto. Im Ort kennt ja fast jeder jeden“, so Deters.

Aufstellen soll im März beginnen

Die Bänke will der SV Hemsen mit Einsetzen besseren Wetters ab voraussichtlich März 2017 aufstellen – je eine pro Nordgemeinde an jeweils einem zentralen Punkt. Finanziert werden sollen sie über Sponsoren.

Nähere Infos gibt es bei Ansgar Deters unter Handy 0173/519 00 80.

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