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Nordhorner Schüler erfüllt sich Traum vom Fliegen

r Schüler erfüllt sich Traum vom Fliegen
Sebastian Schrap bereitet sich auf eine Flugstunde in Klausheide vor. Mit dabei ist sein Fluglehrer. Foto: Julia Henkenborg

Sebastian Schrap bereitet sich auf seinen großen Traum vor: Der 16-jährige Schüler nimmt Flugstunden in Klausheide. Die Kosten von etwa 7500 Euro für die Stunden und den Flugschein trägt er selbst.

Diesen Artikel hat Julia Henkenborg für das GN-Jugendportal „Szene“ geschrieben.

Nordhorn. Es ist ein sonniger Februarnachmittag – der erste frühlingshafte Tag in diesem Jahr. Auf dem Flugplatz in Klausheide stehen Motorflugzeuge im Freien. Einige Piloten schieben ihre Maschinen aus dem Hangar hinaus in die Sonne und polieren sie. Andere Flugzeuge werden für den nächsten Start vorbereitet.

Sebastian Schrap aus Nordhorn bereitet unter Anleitung des Fluglehrers Mario Wingender ein Flugzeug für seine nächste Flugstunde vor. Sebastians Handgriffe sehen schon sehr routiniert aus. Er und Mario scheinen ein eingespieltes Team zu sein. Dabei hat der 16-jährige Sebastian erst im Oktober mit dem Flugunterricht begonnen. Beide setzen sich schließlich ins Flugzeug. Sebastian sitzt vorne – im Pilotensitz. Der Fluglehrer nimmt hinter ihm Platz. Sie setzen ihre Headsets und die Sonnenbrillen auf, sprechen sich noch kurz ab und schon startet der Propeller, das Flugzeug rollt zur Startbahn, nimmt Geschwindigkeit auf und hebt ab. Es wird immer kleiner, bis am Himmel nur noch ein roter Punkt zu sehen ist, der im Sonnenlicht aufblitzt. Die beiden fliegen einige Runden über den Platz, Überlandflüge darf Sebastian im Laufe seiner Flugausbildung erst später machen, wenn er noch mehr Erfahrung gesammelt hat.

Nach der Landung treffen sich Sebastian und Mario Wingender mit den GN im Vereinsgebäude. Dort verrät der Schüler, dass er sich schon seit seiner Kindheit für Flugzeuge und das Fliegen interessiert. Da das Interesse nie nachgelassen hat, informierte sich Sebastian im vergangenen Jahr über den Flugplatz in Klausheide und dessen Angebot. Nach einem Probeflug mit einem der Mitglieder stand für ihn fest: Das will ich auch lernen!

Also unterzeichnete der 16-Jährige seinen Ausbildungsvertrag bei der „Vereinigung Aktiver Piloten“. Einen Flugschein machen kann dort jeder, der das Mindestalter von 16 Jahren erreicht hat. Sobald man das erste Mal alleine fliegen möchte, braucht man eine Tauglichkeitsbescheinigung von einem Fliegerarzt. Die sei aber keine große Hürde, sagt Sebastian. Auch das Fliegen mit Höhenangst müsse kein Problem darstellen, da man durch die Sicherheitsgurte und die Kapsel, in der man sitzt, ein sicheres Gefühl habe.

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Sebastian Schrap bereitet sich auf eine Flugstunde in Klausheide vor. Mit dabei ist sein Fluglehrer. Foto: Julia Henkenborg

Sebastian macht in Klausheide den umfangreichsten der drei Flugscheine, die dort angeboten werden. Dieser ist weltweit gültig und berechtigt dazu, größere Flugzeuge zu fliegen, wie beispielsweise die Flugzeuge einer Airline. Der kleine Flugschein hingegen gilt als Sportpilotenlizenz und befähigt zum Fliegen eines zweisitzigen Ultraleichtflugzeuges. Der mittlere Schein berechtigt zum Fliegen eines viersitzigen Motorflugzeuges.

Sebastians Flugausbildung besteht aus 45 Flugstunden und Theorieunterricht mit insgesamt neun Fächern. Der junge Pilot muss alles über das Wetter, Funken, menschliches Leistungsvermögen und über das Verhalten in Notsituationen lernen. Erst wenn er dies alles beherrscht, wird ihm beigebracht, wie er elegante Kurven fliegen oder besonders sanft landen kann. Der Theorieunterricht findet meist in den Wintermonaten statt, wenn das Fliegen nur eingeschränkt möglich ist, und dauert sechs Monate. Anders als bei einem Autoführerschein ist es bei einem Flugschein möglich, schon Flugstunden zu nehmen, bevor man mit dem Theorieunterricht angefangen hat.

Wie schnell die Flugschüler mit ihrem Flugschein fertig sind, hängt davon ab, ob sie den kleinen, mittleren oder großen Schein machen. Aber auch davon, wie viel Zeit sie mitbringen und wie viel Geld ihnen zur Verfügung steht. Wenn jemand viel Zeit mitbringt und auch immer einer der Fluglehrer Zeit hat und das für die Prüfung vorgeschriebene Mindestalter von 17 Jahren erreicht ist, kann man einen Flugschein innerhalb eines dreiviertel Jahres schaffen. So schnell ist aber meistens niemand. Denn auch die Fluglehrer haben nicht immer Zeit. Sie unterrichten nämlich ehrenamtlich in ihrer Freizeit.

Wann genau Sebastian mit seinem Flugschein fertig sein wird, kann er noch nicht sagen. Er hofft aber, dass er ihn zu seinem Abitur im Jahr 2019 in der Tasche hat. „Das hängt aber immer ganz davon ab, wie gefüllt mein Portemonnaie gerade ist. Der große Schein kostet nämlich um die 7500 Euro“, sagt Sebastian. Der 16-Jährige finanziert sich seinen Flugschein mit seinen Job im Kino „Astoria-Palast“ in Nordhorn komplett selbst. Als er das erzählt, erntet er anerkennendes Nicken und Zustimmung von den anderen Mitgliedern, die mittlerweile ebenfalls das Vereinsgebäude betreten und sich dazu setzen. „Das passiert nicht häufig, dass ein junger Mensch so engagiert auf seine Ziele hinarbeitet“, merkt einer von ihnen an.

Sobald Sebastian alles geschafft hat, möchte er sein Hobby zum Beruf machen und Pilot bei einer Airline werden „Vorausgesetzt, der Arbeitsmarkt für Piloten hat sich bis dahin verbessert“, fügt er hinzu und grinst.

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Die Meinung unserer Leser

1 Leserkommentar

1. | Longrunner | Dienstag, 28.02.2017 | 19:05 Uhr

Nochn Sebastian S. in der Luft. Viel Spaß für dich und sieh zu das du den Mario los wirst! ??


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