Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
rating rating rating rating rating

Nordhorns Vorlesepaten suchen Verstärkung

 Vorlesepaten suchen Verstärkung
Rosel Jansen liest, die Kinder lauschen gebannt. In der Nordhorner Stadtbibliothek ist jeden Freitag von 15 bis 16 Uhr Vorlesestunde. Foto: Hamel

Seit mehr als elf Jahren sind sie als Literaturvermittler unterwegs: die Vorlesepaten der Stadtbibliothek Nordhorn. Der Einsatz der Ehrenamtlichen ist vielerorts gefragt. Deshalb braucht das Team Verstärkung.

Nordhorn. „Abrakadabra!“, liest Rosel Jansen und zeigt den Kindern in der Stadtbibliothek die bunten Bilder aus ihrem Buch. Das junge Publikum hängt an ihren Lippen und verfolgt mit Spannung die Geschichte. Es ist einer von vielen Terminen, den die Nordhornerin im Rahmen ihres Engagements als Vorlesepatin wahrnimmt. Schon seit dem ersten Treffen im Herbst 2005 ist Rosel Jansen mit von der Partie. Heute ist sie eine von 22 Ehrenamtlichen aus dem Team der Stadtbibliothek Nordhorn. Dieser Kreis soll sich nun erweitern – doch, wie genau sieht die Arbeit der Literaturvermittler aus?

  • Das Prinzip der Vorlesepaten besteht grundsätzlich aus zwei Säulen. Hauptanliegen ist das Vorlesen selbst, wobei die Zielgruppe in erster Linie Kinder sind. Ein fester Termin ist die Vorlesestunde in der Stadtbibliothek an jedem Freitag von 15 bis 16 Uhr. Regelmäßig sind die Ehrenamtlichen auch im Tierpark zu Gast, wenn Veranstaltungen wie etwa der Imkertag, der Weihnachtsmarkt oder die Aktionstage „Von der Wolle zur Socke“ anstehen. Ebenso sind sie am bundesweiten Vorlesetag im November an mehreren Orten anzutreffen. Darüber hinaus werden die Vorleser zu verschiedenen anderen Gelegenheiten „gebucht“, etwa für Gottesdienste oder Gemeindefeste.
  • Die zweite Säule stellt die Ausbildung der Lesefüchse dar. Diese richtet sich an talentierte Drittklässler, die ein halbes Jahr lang ein Mal pro Woche lernen, worauf es beim Vorlesen ankommt – von der Auswahl eines geeigneten Buchs bis zur richtigen Betonung der Texte. Nach dem Halbjahr folgt eine Prüfung, bei der ein geübter und ein ungeübter Text vorzutragen sind.

Die ausgebildeten Lesefüchse haben ebenfalls ein großes Einsatzspektrum: Sie gehen in Kindergärten, lesen älteren Menschen aus der Zeitung vor und treten zusammen mit den erwachsenen Vorlesepaten jedes Jahr im GN-Vorlesezelt auf dem Nordhorner Weihnachtsmarkt auf. Nicht alle Vorlesepaten sind an der Ausbildung der Lesefüchse beteiligt. Wer daran Interesse hat, erhält von Rosel Jansen eine entsprechende Schulung.

Hinter allem steckt die Überzeugung, dass das Vorlesen sich in besonderem Maße positiv auf Kinder auswirkt. „Vorzulesen ist genauso wichtig wie selbst zu lesen“, bringt es Rosel Jansen, die sich von der Stiftung Lesen in Hannover zur Multiplikatorin für Leseförderung ausbilden ließ, auf den Punkt. Die Liste der Argumente ist lang: Vorlesen trainiert Wahrnehmung, Konzentration und Gedächtnis, regt Kreativität und Fantasie an, unterstützt die Sprachentwicklung und erweitert den Wortschatz, vergrößert das Wissen, weckt Neugier und sorgt nicht zuletzt schlichtweg für Freude, schafft eine heimelige Atmosphäre und bringt Kinder zum Lachen.

 Vorlesepaten suchen Verstärkung
Einsatz im Vorlesezelt der Grafschafter Nachrichten.

Rosel Jansen liest aber auch für alte Menschen: Für zwei Stunden pro Woche ist sie zu Gast im Krokusheim in Nordhorn. Dann trägt sie lebensbejahende Literatur vor, die an die Erfahrungen der alten Menschen anknüpft. „Das ruft Erinnerungen wach, auch wenn das Kurzzeitgedächtnis schon nachgelassen hat“, erklärt die Vorlesepatin. Aber auch Geschichten aus der heutigen Welt vermittelt sie, etwa um das Verständnis für junge Leute zu fördern. Sogar Witze gehören zum Repertoire. Regelmäßig nehmen bis zu 15 Senioren teil. Auch im Wohnstift am Vechtesee gibt es regelmäßige Lesestunden durch die Ehrenamtlichen der Stadtbibliothek.

Wer sich bei den Vorlesepaten engagieren möchte, braucht jedoch keine Angst zu haben, von Termindruck oder Verpflichtungen erschlagen zu werden: „Jeder bringt sich nach seinen Möglichkeiten ein“, sagt Rosel Jansen. Interessierte erhalten zu Beginn ein Einführungsseminar, in dem sie unter anderem lernen, eine Vorlesestunde richtig aufzubauen. „Man sollte sich nicht einfach ein Buch schnappen, sondern es auf die Zielgruppe abstimmen. Vielleicht lässt sich der Raum entsprechend herrichten, schließlich hat Vorlesen auch etwas mit Gemütlichkeit und Entspannung zu tun“, so die Leseexpertin.

Vier Mal im Jahr treffen sich alle Beteiligten zur Dienstbesprechung. Der nächste Termin ist am Donnerstag, 19. Januar, um 18 Uhr im kleinen Sitzungssaal im Rathaus. Hierzu laden die Vorlesepaten alle Interessierten ausdrücklich ein. Wer kommen möchte, kann sich vorab bei Rosel Jansen telefonisch unter 05921 77526 oder per E-Mail an rosel.jansen@web.de melden – oder bei Ellen van der Loos von der Bibliotheksleitung unter Telefon 05921 878463 sowie per Mail an ellen.vanderloos@nordhorn.de.

Rosel Jansen möchte ihr Ehrenamt als Vorlesepatin nicht missen: „Wenn du dich hinsetzt und die Kinder schauen dich ganz erwartungsvoll an – das ist immer wieder schön.“

Karte

Diesen Artikel

bewerten

rating rating rating rating rating

weitersagen

  • Twitter
  • Facebook
Artikel versenden

sichern

Drucken

empfehlen

Die Meinung unserer Leser

0 Leserkommentare


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Mehr aus diesem Ressort

Umfrage: Sind Sie mit Ihrem Job zufrieden?

Sind Sie mit Ihrem Job zufrieden?

Die Arbeitslosenzahlen in der Grafschaft sind niedrig, während die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Stellen auf 46.541 Beschäftigte gestiegen ist. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer persönlichen Situation? mehr...

Job in der Grafschaft: So schaffen’s Migranten

r Grafschaft: So schaffen’s Migranten

Sie mussten viele viele kleine Schritte gehen: Adriana Glowacka und Jurijs Smirnow haben durch das Projekt zum Schwerpunktarbeitsmarkt mit Logistik oder Metall (SaLoMe) den Weg in eine feste Beschäftigung gefunden. mehr...

Landkreis schützt die Heide von Halle-Hesingen

 schützt die Heide von Halle-Hesingen

Zum Schutz des Gebietes müssen nicht nur die Hunde ganzjährig an die Leine genommen werden. Das Reiten und Radfahren auf dem 20 Hektar großen Stauchmoränengelände wird laut einer aktualisierten Verordnung verboten. mehr...

Neueste Top-Themen
Neueste
Heute meistgelesen
Heute gelesen
Soziale Netzwerke
  • GN-Online bei Facebook
  • GN-Online bei Twitter
  • GN-online bei google plus
E-Paper
  • GN-App im Apple-Store
  • GN-E-Paper als html5-Version
  • GN-App im Google-Play-Store
Jugendmagazin
Neueste