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Öle aus Salzbergen für Lippenstift und Autoreifen

alzbergen für Lippenstift und Autoreifen
In Sichtweite des Ortskerns liegt in Salzbergen die Raffinerie der H&R-Gruppe. Das 500.000 Quadratmeter große Werksgelände verfügt unter anderem über zehn verschiedene Raffinerieanlagen, über Formulierungs- und Konfektionierungsanlagen für verschiedenste Schmierstoffe und über 300 Lagertanks unterschiedlicher Größe. Verbunden wird das alles über ein rund 100 Kilometer langes Rohrleitungsnetz mit etwa 1000 Pumpen. Foto: Stephan Konjer
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  • In Sichtweite des Ortskerns liegt in Salzbergen die Raffinerie der H&R-Gruppe. Das 500.000 Quadratmeter große Werksgelände verfügt unter anderem über zehn verschiedene Raffinerieanlagen, über Formulierungs- und Konfektionierungsanlagen für verschiedenste Schmierstoffe und über 300 Lagertanks unterschiedlicher Größe. Verbunden wird das alles über ein rund 100 Kilometer langes Rohrleitungsnetz mit etwa 1000 Pumpen. Foto: Stephan Konjer
  • Ministerpräsident Stephan Weil (links) ließ sich bei einer Stippvisite von Raffinerieleiter Detlev Wösten und Hauptgesellschafter Nils Hansen die Raffinerie erläutern. Foto: Stephan Konjer
  • Großes Medieninteresse begleitete den Ministerpräsidenten bei seinem Besuch bei der Firma H&R Chemisch-Pharmazeutische Spezialitäten GmbH in Salzbergen. Foto: Stephan Konjer
  • Im Labor der Raffinerie werden im Schichtbetrieb jedes Jahr aus 60.000 Proben rund 260.000 Analysen erstellt. Foto: Stephan Konjer
  • Das „Gehirn“ der Raffinerie ist die Zentrale Schalt- und Messwarte, in der alle Prozesse überwacht werden. Foto: Stephan Konjer

Die H&R-Ölraffinerie in Salzbergen sieht sich mit Millioneninvestitionen in Energieeffizienz und Klimaschutz als Innovationsführer. Am Dienstag bekam sie Besuch von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil.

Salzbergen. Gemessen an internationalen Branchenmaßstäben ist die traditionsreiche Schmierstoffraffinerie im emsländischen Salzbergen eher eine kleine Anlage. Sie verarbeitet im Jahr rund 500.000 Tonnen Rohstoffe, hauptsächlich Rohölanteile und -reste, die bei der Treibstoffherstellung nicht wirtschaftlich verwertet werden können. Diese Rohölstoffe sind Ausgangsmaterial für die Herstellung von mehr als 800 verschiedenen chemisch-pharmazeutische Produkten.

So entstehen in Salzbergen in aufwendigen Destillations-, Extraktions-, Filtrations-, Hydrier- und Veredelungsverfahren Weißöle, Prozessöle und Paraffine, die unter anderem in der Kosmetik-, Pharma-, Kautschuk-, Druckfarben-, Verpackungs- und Schmierstoffindustrie Anwendung finden. Ob Gesichtscreme oder Lippenstift, Tetrapak oder Joghurtbecher, Hydraulikflüssigkeit oder Autoreifen – veredelte Ölprodukte aus Salzbergen finden sich in vielen Lebensbereichen.

Die Raffinerie, deren Geschichte bis ins Jahr 1860 zurückreicht, gehört seit 1994 zur Hamburger H&R-Gruppe. Mit rund 380 Beschäftigten ist sie heute einer der größten Arbeitgeber im Emsland. Die H&R-Gruppe ist nach eigenen Angaben mit Marktanteilen zwischen zehn und 30 Prozent für einzelne Kernprodukte einer der Marktführer in Europa und sieht sich auch als Innovationsführer ihrer Branche.

„Wir liegen mit unseren Veredlungsanteilen von bis zu 60 Prozent schon heute deutlich über den Branchen-Benchmarks“, sagt Raffinerieleiter Detlev Wösten. Ziel sei aber, diesen Anteil weiter zu steigern und weitere Nebenprodukte, die bisher als Heizöl vertrieben werden, zu hochwertigeren Produkten zu veredeln.

Video

18.04.2017 Stephan Weil zu Gast im Emsland
Salzbergen: Hohen Besuch gab es in Salzbergen. Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil besuchte dort unter anderem die Raffinerie der H&R Gruppe.

Nils Hansen, geschäftsführender Gesellschafter der H&R Gruppe, sieht die Raffinerie in Salzbergen auf dem Weg zur „grünen“ Raffinerie. Wie dieser Weg in den kommenden Jahren aussehen soll, war am Dienstag auch Thema eines Informationsbesuchs von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) in der Salzbergener Raffinerie. Im Rahmen seiner Frühjahrstour durch alle 87 niedersächsischen Wahlkreise informierte der SPD-Politiker sich bei einem Gespräch mit der Unternehmensführung und einem Betriebsrundgang über die Produktionsprozesse und die Planungen zum weiteren Ausbau des Standorts.

Die fortlaufende Entwicklung und Verbesserung der Technologien zur Steigerung der Effizienz und Erhöhung der Produktqualität sei, so heißt es in einer Unternehmensmitteilung, „ein zentraler Punkt der Unternehmensstrategie“. So hat H&R in den vergangenen zehn Jahren etwa 100 Millionen Euro in den Ausbau der Anlagen investiert. Ein wesentlicher Teil dieser Investitionen floss in den Aufbau eines effizienten Kraft-Wärme-Kopplungs-Konzepts: Bereits im Jahre 2004 wurde die Thermische Abfallbehandlungsanlage (TAS) fertiggestellt, ein Joint Venture mit RWE. Sie versorgt seitdem die Raffinerie vor allem mit Prozessdampf. Zum anderen wurde seit 2014 erheblich in die Modernisierung der Dampf- und Eigenstromerzeugung investiert. Insgesamt spart dieses Konzept ein Äquivalent von über 100.000 Tonnen CO2 pro Jahr ein.

Weitere Investitionen zur Erhöhung der Wertschöpfung, zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Verbesserung der Umweltbilanz sollen folgen. Allerdings warnt die Unternehmensleitung vor überzogenen Auflagen, die wettbewerbsverzerrend wirken könnten. „Wir müssen immer innovativer sein als andere, um diesen Wettbewerbsnachteil auffangen zu können“, hieß es beim Weil-Besuch. Um diese Fragen ging es auch in dem internen Gespräch mit dem Ministerpräsidenten, in dem die Unternehmensführung um die Unterstützung der Politik beim Weg zur „grünen“ Raffinerie warb.

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