Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
rating rating rating rating rating

Polizistin muss nach Marihuana-Schmuggel zahlen

n muss nach Marihuana-Schmuggel zahlen
Das Amtsgericht Nordhorn hat eine 44-jährige Polizistin verurteilt. Symbolfoto: Müller

Das Amtsgericht Nordhorn hat einer 44-jährigen Polizistin aus Salzgitter den Prozess gemacht. Sie gesteht, Marihuana aus den Niederlanden nach Deutschland gebracht zu haben – aber das sei ein Versehen gewesen.

gh Bad Bentheim/Nordhorn. Gegen eine 44-jährige Polizeibeamtin aus Salzgitter hat das Amtsgericht Nordhorn eine Geldstrafe in Höhe von 1650 Euro wegen der unerlaubten Einfuhr von Betäubungsmitteln aus den Niederlanden verhängt. Beim Grenzübertritt bei Bad Bentheim wurden bei ihr sieben Klemmverschluss-Tütchen mit 14 Gramm Marihuana sichergestellt. Eine Blutprobe ergab, dass sie erheblich unter Drogeneinfluss stand. Gegen sie wurde mit sofortiger Wirkung ein Fahrverbot verhängt.

Selbstverteidigung

Die Polizeibeamtin, die sich vor Gericht selbst verteidigen musste, weil ihr Anwalt wegen einer Erkrankung kurzfristig abgesagt hatte, räumte ein, dass der Anklagevorwurf im Grundsatz zutreffend sei. Allerdings komme ihr die Menge von 14 Gramm zu hoch vor. Für ihren Gesetzesverstoß eröffnete sie dem Gericht folgenden Problemhintergrund. Im Sommer vergangenen Jahres habe sie sich wegen ihrer aus der Bahn geratenen 19-jährigen Tochter in einer schweren Krise befunden. Sie sei über Wochen mit ihrem Alltag nicht zurechtgekommen. Ihr Plan sei es daher gewesen, sich für einige Tage nach Holland zurückzuziehen, um sich mithilfe einer angemessenen Portion Marihuana in eine Art Heilschlaf zu versetzen, um dann, wenn des Lebens Pulse wieder frisch-lebendig schlügen, erholt in den Polizeialltag zurückkehren zu können.

Selbstmordversuch der Tochter

Doch es kam anders. Mitten hinein in diese Phase traf sie die Nachricht vom Selbstmordversuch ihrer Tochter. Hals über Kopf reiste sie mit ihren noch unverbrauchten Marihuana-Resten wieder gen Osten und bei Bad Bentheim ereignete sich das, was die Anklageschrift erfasst. Sie stehe zu diesem Fehltritt und bedauere ihn. Sie sei mit Leib und Seele Polizistin und sei dabei, die Konflikte dieses Gesetzesverstoßes mit ihrem Beruf und ihren Vorgesetzten zu bewältigen. Das Gericht räumte ein, dass die Angeklagte in einem Punkte recht habe. Das bei ihr aufgefundene Marihuana habe nicht 14 Gramm gewogen, sondern nur zehn. Es sei auf ihren Einspruch hin noch einmal mit diesem Ergebnis „verwogen“ worden. In seinem Strafantrag schlug der Staatsanwalt eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 75 Euro vor (2250 Euro) sowie ein Fahrverbot von einem Monat.

Strafmaß

Die Richterin beließ es angesichts der erforderlichen Schuldentilgung der Angeklagten für ihr Haus bei einem Tagessatz von 55 Euro und folglich einer Geldstrafe in Höhe von 1650 Euro sowie dem einmonatigen Fahrverbot. Die 44-Jährige verließ – halb unter Tränen, halb aber auch schon wieder ganz fidel – den Gerichtssaal. Das Urteil ist rechtskräftig.

Diesen Artikel

bewerten

rating rating rating rating rating

weitersagen

  • Twitter
  • Facebook
Artikel versenden

sichern

Drucken

empfehlen

Die Meinung unserer Leser

0 Leserkommentare


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Mehr aus diesem Ressort

Bauen oder Spielen: Das ist hier die Frage

r Spielen: Das ist hier die Frage

Eigentlich sollten im Bentheimer Bauausschuss am Mittwochabend Pläne für eine mögliche Bebauung des ehemaligen Spielplatzes an der Querstraße vorgestellt werden. Jetzt soll zuerst ein anderer Fachausschuss entscheiden. mehr...

Neueste Top-Themen
Neueste
Heute meistgelesen
Heute gelesen
Soziale Netzwerke
  • GN-Online bei Facebook
  • GN-Online bei Twitter
  • GN-online bei google plus
E-Paper
  • GN-App im Apple-Store
  • GN-E-Paper als html5-Version
  • GN-App im Google-Play-Store
Jugendmagazin
Neueste