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Schroven hat „den Mensch im Menschen erkannt“

hat „den Mensch im Menschen erkannt“
Viel zu Lachen hatte Pastorin Dr. Brigitte Schroven beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus am Markt. Foto: Westdörp

Nach 20-jähriger Tätigkeit als Krankenhausseelsorgerin in Nordhorn ist die reformierte Pastorin Dr. Brigitte Schroven verabschiedet worden. Sie habe unzähligen Menschen beigestanden und „den Mensch im Menschen erkannt“.

Nordhorn. Prallvoll war die Alte Kirche am Markt am gestrigen Sonntag beim feierlichen Gottesdienst zur Verabschiedung von Pastorin Dr. Schroven. Beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus am Markt reichten die aufgestellten 150 Stühle bei weitem nicht, um allen einen Sitzplatz zu gewähren, die sich von Brigitte Schroven verabschieden und ihr für ihr Wirken danken wollten.

Nach Studium, Vikariat und ersten Aufgaben in Osnabrück und Göttingen hatte die gebürtige Nordhornerin seit 1986 in ihrer Heimatstadt als Pastorin gewirkt. Zunächst war sie Lehrkraft und Schulpastorin an den Hauswirtschaftlichen Berufsbildenden Schulen, ab 1988 wurde sie zusätzlich mit der Seelsorge und Beratung innerhalb der Diakonie im Synodalverband Grafschaft Bentheim beauftragt. Ab Oktober 1996 wurde sie Krankenhausseelsorgerin im damaligen Kreiskrankenhaus.

„Du hast das diakonische Christsein gelebt“, sagte der Kirchenpräsident der Gesamtsynode der Evangelisch-reformierten Kirche, Dr. Martin Heimbucher. Er zitierte in seinem Grußwort den Appell, den der damalige Grafschafter Superintendent Dr. Ako Haarbeck der Pastorin bei ihrer Ordination mit auf den Weg gegeben hatte: „Brigitte, dass du unserer Sache treu bleibst“. Diesen Appell habe Schroven erfüllt. Sie sei der Sache in einer Weise treu geblieben, die viele hätten erleben dürfen.

„Zeit, Mut und Kraft für den Dienst am Nächsten“ bescheinigte Schroven auch ihr Stellvertreter in der Gesellschafterversammlung des Diakonischen Werks, Peter Arends. Brigitte Schroven ist seit 2009 Vorsitzende der Gesellschafterversammlung – eine Funktion, die nun mit dem Eintritt in den Ruhestand erlischt.

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Pastorin Dr. Brigitte Schroven verabschiedet

Mit Witz und Humor brachte der altreformierte Pastor Dieter Wiggers den Dank seiner Gemeinde und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Nordhorn auf den Punkt: Brigitte Schroven sei nicht nur „irgendwie auch eine von uns“, sondern sie habe allen beigestanden, die Hilfe brauchten und in Not waren – egal wer sie waren und welchem Glauben sie angehörten. Dabei sei sie, ergänzte Pastor Rainer Roloff von der Classis der reformierten Prediger in der Grafschaft, „stets ganz das gewesen, was du bist“.

Landrat Friedrich Kethorn erinnerte an die wechselvolle Geschichte der Krankenhausseelsorge in Nordhorn. Als Brigitte Schroven diese Aufgabe übernahm, hieß die Euregio-Klinik noch Kreiskrankenhaus. Das wurde zum Grafschafter Klinikum, die Fusion mit dem Marienkrankenhaus ließ daraus die Euregio-Klinik entstehen. Kethorn zollte der scheidenden Krankenhausseelsorgerin Hochachtung für einen Dienst, in dem sie in all den Jahren „Beistand für unzählige Menschen geleistet“ habe. Oft habe sie dabei selbst große Belastungen verarbeiten müssen.

Was war eigentlich ihre Gemeinde? Zunächst natürlich die rund 350 Patienten der Klinik, aber eben auch deren rund 700 Beschäftigte, erklärten Bernhard Alsmeier und Bernhard Bramer in ihrem Bericht „aus dem Inneren der Euregio-Klinik“. Die beiden Bernhards (Schroven: „Die beiden einzigen Männer, denen ich immer nachgelaufen bin“) zeichneten ein plastisches und berührendes Bild ihrer Krankenhausseelsorgerin: „Schrowi“ habe Menschen und Situationen gut einschätzen können, habe die Gabe, gut zuhören und auch in Krisensituationen das richtige Wort finden zu können. Das Pausengespräch beim Cappucino, der Plausch im Treppenhaus seien Teil ihrer Arbeit gewesen: „Sie erkennt den Menschen im Menschen“.

Das Gespräch von Mensch zu Mensch auf Augenhöhe, das „Einfach da sein“, stellte auch die lutherische Krankenhausseelsorgerin Martina Sievers-Gotthilf als typische Eigenschaft von Brigitte Schroven heraus. Sie habe mit beharrlicher Arbeit die Grundlage dafür geschaffen, dass heute ein Team von Seelsorgern in der Klinik arbeiten kann und „gut eingebunden“ ist.

Brigitte Schroven dankte ihrer Kirche sowie den vielen Institutionen und Menschen, die ihr diese Arbeit ermöglichten. „Ich habe eine hohe Achtung vor dem, was in der Klinik geleistet wurde – in der Vergangenheit unter zum Teil sehr schwierigen Umständen“. Heute sei die Euregio-Klinik ein einmaliges und modernes Krankenhaus: „Wir begegnen dort allen Religionen und Weltanschauungen mit Toleranz und Offenheit“ zitierte sie aus dem Leitbild der Klinik und drückte die Hoffnung aus, „dass das in der Zukunft so bleibt“.

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