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Schüttorfer zwischen Hoffnung und Dankbarkeit

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Starker Zusammenhalt: Georg Sobiech gemeinsam mit seiner Familie vor der Universitätsklinik Münster. Foto: privat

Gute Nachrichten für Georg Sobiech und seine Familie: Für den an Leukämie erkrankten Schüttorfer gibt es einen Knochenmarkspender. Noch kurz vor Weihnachten hatte sein Arbeitgeber eine Typisierungsaktion veranstaltet.

Schüttorf. Die Diagnose erhielt Georg Sobiech an seinem Geburtstag im vergangenen Oktober: akute myeloische Leukämie. Der 61-Jährige hatte sich wegen Müdigkeit und starker Gliederschmerzen zum Hausarzt begeben. Durch eine Blutuntersuchung wurde die Krankheit schnell festgestellt. Eine erste Chemotherapie schlug nicht an, woraufhin Mitte November die Suche nach einem Knochenmarkspender begann. Vergangene Woche erhielt die Familie die Nachricht: Es gibt einen Treffer.

Nach der Diagnose lag Georg Sobiech neun Wochen lang in der Klinik in Münster, seit Weihnachten konnte er sich zu Hause aufhalten. Jeden Tag ging es jedoch zu Untersuchungen zurück nach Münster. Die frohe Botschaft erfolgte bei einem der täglichen Arztgespräche. „Einerseits war die Freude groß, andererseits machten wir uns Sorgen, dass hoffentlich alles gut läuft“, beschreibt seine Tochter Anja-Kristin Sobiech die Gefühlslage.

Am Freitag wurde der Schüttorfer wieder stationär im Knochenmark-Transplantationszentrum in Münster aufgenommen. Eine zweite Chemotherapie im Dezember war gut verlaufen, was die Voraussetzungen für den Empfang der Spende begünstigte. Die Transplantation, deren Ablauf nach Auskunft der Ärzte wie eine Bluttransfusion zu verstehen sei, soll in diesen Tagen erfolgen. Sechs Wochen lang befindet sich Georg Sobiech in Quarantäne. Für seine Familie, die ihn täglich besucht, bedeutet das jedes Mal besondere Vorkehrungen. Vor dem Betreten der Station muss eine spezielle, klinikeigene Kleidung zusammen mit Kittel, Handschuhen und Mundschutz angelegt werden. Auch die Händedesinfektion ist verpflichtend. „Die Vorschriften sind streng, aber notwendig“, sagt Anja-Kristin Sobiech. Kleinste Keime könnten für ihren Vater lebensbedrohlich sein.

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Typisierungsaktion bei der Firma Utz in Schüttorf mit zahlreichen Helfern und potenziellen Spendern.Foto: Hamel

Rund drei Wochen dauert es, bis das neue Knochenmark anwächst. Ein halbes Jahr lang muss der 61-Jährige anschließend sogenannte Immunsuppressiva einnehmen, die verhindern sollen, dass der Körper das Organ abstößt. Nun liegt alle Hoffnung darauf, dass die Spende zur Heilung führt.

Nach Bekanntwerden der Krankheit war in Schüttorf eine Welle der Hilfsbereitschaft ins Rollen gekommen: Fast 400 Menschen beteiligten sich an einer Typisierungsaktion in den Räumen der Georg Utz GmbH, wo Georg Sobiech seit vielen Jahren beschäftigt ist (die GN berichteten). Ob der Spender tatsächlich unter diesen Teilnehmern ist, weiß die Familie jedoch nicht. Bekannt ist nur, dass es sich um einen Mann aus Deutschland handelt. Frühestens nach zwei Jahren darf die Identität des Spenders –wenn dieser damit einverstanden ist – preisgegeben werden.

Bei allem Auf und Ab ist es der Familie Sobiech ein großes Anliegen, den Unterstützern großen Dank auszusprechen: Dazu zählen der Utz-Geschäftsführer Rüdiger Köhler sowie der Abteilungsleiter des Bereichs Thermoform, Heino Peinert, welche die Typisierungsaktion ermöglichten. Neben der Firma Utz dankt die Familie den weiteren Mitgliedern des Wirtschaftsstandorts Schüttorf (Wisev), die sich an der Aktion – auch finanziell – beteiligten.

Darüber hinaus spricht die Familie der Gemeinschaftspraxis Dr. Janzen und Dr. Fedosov ihre tiefe Verbundenheit aus. Die frühe Erkennung der Krankheit sei von größter Bedeutung gewesen, da es sich um eine aggressive Form der Leukämie handelt, die sich schnell ausbreitet. Der Dank der Sobiechs gilt insofern auch allen Freiwilligen, die sich typisieren ließen. Sie hoffen, dass sich auch künftig viele Menschen in die Datenbank aufnehmen lassen.

Georg Sobiech trägt sein Schicksal nach Auskunft der Familie mit viel Mut und Willensstärke. „Seinen Humor hat er behalten“, sagt Tochter Anja-Kristin. „Er ist ein Kämpfer ohne Ende.“

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