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„Soldat zu werden war schon mein Kindheitstraum“

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Patrick Vahle war ein Jahr bei der Bundeswehr.
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  • Patrick Vahle war ein Jahr bei der Bundeswehr.
  • Marcel Wachsmann ist jetzt im Sanitätsdienst tätig.
  • Maurice Fischer hat sich bis 2022 als Soldat verpflichten lassen

In Deutschland wird niemand mehr gegen seinen Willen in den Wehrdienst einberufen. Drei Grafschafter berichten, warum sie sich freiwillig gemeldet haben.

Nordhorn. „Ich wollte herausfinden, wie es bei der Bundeswehr ist – und die Bezahlung war auch gut“, gibt Patrick Vahle als Grund für seinen Freiwilligen Wehrdienst bei der Bundeswehr an. Direkt nach seinem Abitur an der Gewerblichen Berufsbildenden Schule Nordhorn vor zwei Jahren wurde der Bad Bentheimer in der Kaserne in Augustdorf stationiert.

Doch zur Bundeswehr kommt man nicht von heute auf morgen, weiß der heute 21-Jährige. „Ich habe zunächst beim Karrierecenter der Bundeswehr angerufen und dann einen Termin bei der Agentur für Arbeit in Nordhorn bekommen. Dort ist einmal im Monat ein Mitarbeiter von der Bundeswehr“, erinnert sich Patrick. Zwei Monate später folgte die Musterung in Hannover: „Dort wird ein gesundheitlicher Test gemacht, die eigenen Fähigkeiten werden getestet und man führt psychologische Gespräche.“ Nach der erfolgreichen Musterung entschied sich Patrick für eine Grundausbildung bei den Panzergrenadieren – einer von vielen Abteilungen der Bundeswehr.

Die Grundausbildung bei der Bundeswehr ist für alle gleich – egal ob freiwilliger Wehrdienstler oder Offiziersanwärter – und dauert drei Monate. Dort lernen die jungen Menschen einzelne Geräte der Bundeswehr, Fahrzeuge, Panzer, Regeln und die täglichen Abläufe kennen, erklärt Patrick. Auch die Waffenausbildung gehört dazu. An den Tag, als er zum ersten Mal eine Waffe in den Händen hielt und damit schießen musste, kann sich der Bad Bentheimer noch gut erinnern: „Ich war ziemlich nervös. Aber wir wurden dazu ausgebildet, sicher mit der Waffe umzugehen und nicht damit herumzufuchteln.“ Die Waffe sei auch nicht dazu da gewesen, Leute zu erschießen. „Das ist nicht der Sinn der Bundeswehr, sondern die Verteidigung.“

An das strikte Leben bei der Bundeswehr musste sich der 21-Jährige erst gewöhnen: Um halb fünf morgens aufstehen, stramm auf dem Flur stehen und von den obersten Offizieren angebrüllt werden. Patrick: „Zu Hause hat man auf jeden Fall nicht so diszipliniert gelebt. Ich habe auch versucht, mich darauf einzustellen, aber wenn man das selber miterlebt, ist das doch schon anders.“ Nach der Grundausbildung blieb Patrick in Augustdorf, wechselte aber von den Panzergrenadieren zur Artillerie. Dort hatte er mehr mit organisatorischen Dingen zu tun. „Das war an sich etwas besser und auch interessanter.“ Positiv überrascht war Patrick auch von der Unterstützung außerhalb der Arbeit. Wenn es Probleme gab oder die Wehrdienstler krank waren, bot die Bundeswehr immer Hilfe an, erzählt Patrick.

Nach dem Jahr bei der Bundeswehr bemerkt er einige Veränderungen: „Ich bin viel disziplinierter und ordentlicher geworden. Bei Dingen, die mich früher aufgeregt haben, bin ich jetzt viel lockerer.“ Trotzdem sei der Job als Berufssoldat nichts für den 21-Jährigen. „Es hat echt viel Spaß gemacht, aber ich habe auch oft überlegt, ob es etwas für mich ist. Das Problem bei der Offizierslaufbahn ist, dass du überall hingeschickt werden kannst und mir ist es wichtig, in der Nähe meiner Familie und meiner Freunde zu sein.“

Marcel Wachsmann

In Torgelow in Mecklenburg-Vorpommern absolviert Marcel Wachsmann seit Oktober 2014 seinen Freiwilligen Wehrdienst beim Sanitätsdienst der Bundeswehr. Im kleinen Örtchen unweit der deutsch-polnischen Grenze belegt der 18-Jährige aus Schüttorf zusammen mit drei Kameraden eine Stube. „Soldat zu werden war schon mein Kindheitstraum, durch den Freiwilligen Wehrdienst will ich mir einen Einblick in den Beruf verschaffen“, berichtet Marcel, der trotz der großen Distanz jedes Wochenende nach Hause fährt – etwa sechs Stunden sind es mit der Bahn. „Bei der Gelegenheit sehe ich dann auch meine Freunde wieder“, sagt Marcel.

Nach der Grundausbildung in Weißenfels in Sachsen-Anhalt bildet Marcel mit seinen Kameraden nun Soldaten aus anderen Truppenteilen zu Ersthelfern aus. Inhalt sind unter anderem Wiederbelebungsmaßnahmen und die Anwendungsmöglichkeiten der persönlichen Erste-Hilfe-Ausrüstung der Soldaten. Nach Dienstende um 16 Uhr wird häufig mit dem Zug gegrillt oder eine Runde Volleyball gespielt. „Gerade die Kameradschaft bei uns gefällt mir sehr gut“, erzählt der Obergefreite von seiner Zeit bei der Bundeswehr.

Bei der Bundeswehr hat es dem Schüttorfer so gut gefallen, dass er sich noch vor Ablauf seiner Dienstzeit auf eine Stelle als Soldat auf Zeit für weitere neun Jahre beim Sanitätsdienst der Bundeswehr beworben hat.

Maurice Fischer

Bei Maurice Fischer aus Nordhorn liegt der Freiwillige Wehrdienst schon ein bisschen länger zurück: Im Oktober 2012 hat der heute 24-Jährige seine Grundausbildung in Hartheim angetreten, wo er zunächst der Jägertruppe angehörte. Nach der Grundausbildung ging es für den gelernten Einzelhandelskaufmann zur Panzertruppe. Kurz vor Ablauf seines Freiwilligen Wehrdienstes hat Maurice seine Dienstzeit von elf auf 23 Monate verlängert. Zum Oktober 2013 erfolgte dann der bislang letzte Wechsel zur Panzergrenadiertruppe. „Zur Bundeswehr bin ich über meinen besten Freund gekommen, der hier ebenfalls arbeitet. Durch den Freiwilligen Wehrdienst wollte ich mir einen Einblick verschaffen“, berichtet Maurice. „Die beste Zeit war für mich die Grundausbildung – ohne Teamarbeit ist bei der Bundeswehr nichts möglich. Gerade die Kameradschaft finde ich gut“, erzählt der 24-Jährige, der in der Kaserne seine eigene Stube hat, weiter.

Letztendlich hat es Maurice so gut gefallen, dass er sich bis 2022 als Soldat auf Zeit verpflichten lassen hat und mittlerweile den Rang eines Stabsunteroffiziers hat. Derzeit ist der Nordhorner für die Materialbewirtschaftung zuständig, wo er sich um alles von der Bleistiftmine bis zum Panzerrohr kümmert. „Meine Tätigkeit ist genau auf meine zivile Ausbildung als Einzelhandelskaufmann zugeschnitten“, freut sich Maurice, der mit seiner Truppe im nordrhein-westfälischen Augustdorf stationiert ist.

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Die Meinung unserer Leser

2 Leserkommentare

1. | Bracke | Dienstag, 25.08.2015 | 21:25 Uhr

Wunderschöner PR-Artikel. Aber müsste der nicht mit dem Hinweis "-Anzeige-" als Werbung kenntlich gemacht werden?

2. | dipsie | Dienstag, 25.08.2015 | 23:28 Uhr

Sehr guter Bericht . Hut ab vor denen die sich in der heutigen Zeit für den Dienst bei der BW entscheiden . Ich bin wahrlich Pazifist , habe den " Staatlich befohlenen " Wehrdienst Anfang der 70er nach mehreren heftigen " Verhandlungen " verweigert und Zivieldienst geleistet . Ich bin kein Schwarzseher , aber was da in näherer Zukunft auf uns zukommt kann weder ein Lokalpolitiker noch ein anderer " Sesselpuper " stemmen . Die Arbeit wird die BW , THW , Polizei , MHD usw. mit ihren Frauen und Männern leisten !!


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