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Theaterwerkstatt trennt sich von Horst Gross

rkstatt trennt sich von Horst Gross
Als Regisseur für die Theaterwerkstatt Nordhorn wird Horst Gross nicht mehr agieren. Archivfoto: Westdörp

Der künstlerische Leiter der Theaterwerkstatt Nordhorn, Horst Gross, muss nach 25 Jahren gehen. Als Grund heißt es: Der Förderkreis könne keinen „hauptamtlichen Mitarbeiter mehr finanzieren“.

Nordhorn. Nicht ganz unerwartet hat die Zusammenarbeit der Theaterwerkstatt Nordhorn mit ihrem künstlerischen Leiter Horst Gross ein abruptes Ende gefunden. Der Vorstand des Förderkreises der Laienschauspieler begründet die Trennung damit, dass der Verein „jetzt und zukünftig nicht mehr in der Lage ist, einen hauptamtlichen Mitarbeiter zu finanzieren“. Daher sei das bisherige Vertragsverhältnis gelöst worden. Gross wurde darüber bereits vor einigen Tagen informiert, wie am Freitag bekannt wurde.

Ausschlaggebend für den Schritt, der einen Schlussstrich unter eine 25-jährige Zusammenarbeit zieht, dürfte der immense Druck gewesen sein, dem sich die Theaterwerkstatt nach einem Bericht des Rechnungsprüfungsamtes (RPA) der Stadt ausgesetzt sah. Darin wurde unter anderem eine nicht transparente Verwendung der kommunalen Zuschüsse in Zusammenhang mit Honorarzahlungen an den künstlerischen Leiter kritisiert (die GN berichteten mehrfach).

In der Folge wurde dem Verein der Nutzungsvertrag für die Kornmühle gekündigt. Wenig später bot die Kulturverwaltung im Rathaus der Theaterwerkstatt eine Weiterarbeit in ihrer Spielstätte am Mühlendamm unter stark reduzierten Bedingungen an. Der Verwaltungsausschuss war diesem Vorschlag gefolgt.

Vorsitzende Eva-Maria Göttig-Ennen bestätigt diesen Zusammenhang in einer Pressemitteilung: Ausschlaggebend für das Ende der Zusammenarbeit mit Horst Gross seien „die Feststellungen des RPA sowie die daraus resultierende Situation durch die Beschlüsse der Stadt Nordhorn“. Das Schreiben endet mit einem knapp gehaltenen Satz: „Der Verein dankt dem künstlerischen Leiter für die geleistete Arbeit der letzten 25 Jahre.“

Horst Gross, der zuletzt gegen die erhobenen Vorwürfe öffentlich zu Felde gezogen war („Ende mit Schrecken?“, GN vom 4. März), will „nach wie vor kein Bauernopfer sein“, wie er den GN am Freitag sagte. Er spricht davon, dass ihm die Theaterwerkstatt fristlos gekündigt habe – dies zu seinem völligen Unverständnis. Eher noch hätte der 66-Jährige angesichts der veränderten Bedingungen die Vorlage eines Auflösungsvertrages erwartet. Gegen den unmittelbaren Rauswurf hat er sofort über seinen Anwalt eine Kündigungsschutzklage einreichen lassen.

Inhaltlich kann Gross die Begründung nicht nachvollziehen. Die Vorwürfe, die das Rechnungsprüfungsamt erhoben hatte und die aus seiner Sicht entkräftet sind, würden nun gegen ihn verwendet: „Da hat der Vorstand der Theaterwerkstatt einfach den Spieß umgedreht. Das lasse ich mir nicht gefallen.“ Er verwies auf eine mögliche Güteverhandlung vor Gericht.

Unterdessen wird der Kulturausschuss des Rates am kommenden Montag über einen neuen Kooperationsvertrag zwischen der Stadt Nordhorn und dem Förderkreis der Theaterwerkstatt beraten. Der Beschlussvorschlag der Stadt sieht unter anderem vor, dass die Theaterwerkstatt verpflichtet wird, „pro Haushaltsjahr auf eigene Kosten und eigene Rechnung unter Anleitung der Darsteller durch einen qualifizierten Regisseur ein generationsübergreifendes Schauspiel aufzuführen“. Die Auswahl des Stückes hat „in Abstimmung mit dem Kulturreferat“ zu erfolgen. Dafür gewährt die Stadt einen Zuschuss von 8000 Euro.

Das siebenseitige Dokument mit insgesamt elf Paragrafen wird am Mittwoch im Verwaltungsausschuss abschließend behandelt.

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Die Meinung unserer Leser

6 Leserkommentare

1. | Heinrich Vrielmann, Nordhorn | Samstag, 18.03.2017 | 19:59 Uhr

Wird in Nordhorn zu „scharf geschossen“…?- Schon wieder wird eine allseits bekannte Persönlichkeit fristlos entlassen. Eine Kultur des Gespräches und des Verhandelns um einvernehmliche Lösungen ist stets ein Favorit!

2. | Frage | Mittwoch, 22.03.2017 | 18:38 Uhr

Was (oder wen) meinen Sie mit 'schon wieder', Herr Vrielmann?

3. | Mo Mentmal | Mittwoch, 22.03.2017 | 21:19 Uhr

Der arme Mann, mit 66 Jahren keine Arbeit mehr :(

4. | Gn Leser | Donnerstag, 23.03.2017 | 09:10 Uhr

Deswegen werden wir aus Verein austreten.. Herr Gross hat soviel geleistet. Er war guter Mann.

5. | achso achso | Donnerstag, 23.03.2017 | 13:30 Uhr

@ 4: Sie haben recht: Er war ein guter Mann.Er war ...


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