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Vier Afghanen über ihr Leben in der Grafschaft

anen über ihr Leben in der Grafschaft
In Nordhorn leben die vier jungen Männer nun. Sie flohen aus Afghanistan. Archiv-Foto: Gerold Meppelink

Seit rund einem Jahr wohnen vier junge Männer aus Afghanistan in Nordhorn. Sie sind aus ihrer Heimat geflohen und versuchen hier ein neues Leben aufzubauen. GN-Szene-Mitarbeiter Markus Spykman hat mit ihnen gesprochen.

Nordhorn. Seit nun schon einem Jahr oder länger leben die vier Jugendlichen Nasratullah, Heidar, Farid und Hekmatullah in Deutschland. In der Hoffnung auf ein besseres Leben flohen sie, teilweise allein, aus ihrer einstigen Heimat Afghanistan. Mittlerweile leben sie in Nordhorn und besuchen dort die KBS. In einem kurzen Gespräch erzählen sie über ihr neues Leben in der Grafschaft Bentheim.

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Nasrattullah Rahmati ist 17 Jahre alt und kommt aus Afghanistan. Seit eineinhalb Jahren lebt er schon in der Grafschaft Bentheim. Erst in Bad Bentheim, mittlerweile in Brandlecht. Foto: Markus Spykman

Welche Eindrücke hast du als erstes von der Grafschaft bekommen?

Ich kannte das deutsche Essen überhaupt nicht. Hier isst man zum Beispiel viele Kartoffeln. Als ich gekommen bin, konnte ich das gar nicht essen, es ist etwas ganz anderes als in Afghanistan. Mittlerweile bin ich es aber gewohnt und mag es sehr gerne.

Was wusstest du über Deutschland, bevor du hergekommen bist?

Ich wusste, dass ich in Deutschland in Sicherheit leben kann, es keinen Krieg gibt und die Menschen hier nett und hilfsbereit sind.

Hast du auch schon schlechte Erfahrungen mit den Menschen hier gemacht?

Nein, habe ich nicht. Ich fühle mich sehr wohl in Nordhorn.

Gibt es Unterschiede zwischen den jungen Menschen in Nordhorn und Afghanistan?

Ich denke, die jungen Leute hier helfen den älteren nicht so viel, wie es in Afghanistan gemacht wird.

Am Ende des Gesprächs schreibt Nasratullah einen Zettel: „Ich bedanke mich bei Deutschland und ich bin sehr froh, dass ich hier in Deutschland bin.“

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Heidar Mohammad Akbar kommt aus Afghanistan und wohnt jetzt in Nordhorn. Seit eineinhalb Jahren lebt der 18 Jährige dort. Foto: Markus Spykman

Was hat sich für dich geändert, seitdem du hier bist?

Ich bin alleine aus Afghanistan geflüchtet, deswegen war es am Anfang sehr schwer für mich, da ich jetzt ohne meine Familie hier lebe. Ich wohne in einem Heim in Nordhorn und teile mir das Zimmer mit fünf Personen. Außerdem war ich in Afghanistan nie auf einer Schule, sondern nur auf einer Koranschule, nebenbei habe ich ein bisschen gearbeitet.

Kanntest du Deutschland, bevor du geflüchtet bist?

Nein ich wusste nichts darüber, wie es in Deutschland ist, wie die Menschen sind oder wie die Kultur ist.

Wie geht es dir hier in der Grafschaft?

Ich fühle mich sehr wohl, alle Menschen hier sind freundlich. Außerdem kann man in der Schule sehr gut lernen, in Afghanistan ging das nicht so gut.

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Ahmad Farid Farhat ist erst vor kurzem 18 Jahre alt geworden. Ursprünglich aus Afghanistan, lebte er bereits in Hamburg und 3 Monate in Uelsen bevor er nach Nordhorn kam. Ab dem nächsten Schuljahr wechselt er die Schule, um sich im Schwerpunkt „soziales“ weiterzubilden. Foto: Markus Spykman

Was wusstest du über Deutschland?

Ich wusste, dass die Deutschen tolerant gegenüber ausländischen Menschen sind. Das stimmt auch, mir geht es sehr gut hier.

Was waren deine ersten Eindrücke? Wie begegnen dir die Menschen hier?

Alle Leute in der Grafschaft Bentheim waren sofort nett zu mir und helfen mir, wenn ich nicht weiter weiß. Auch in der Schule fühle ich mich sehr wohl, alle jungen Leute kommen hier zusammen. Mit meinen Betreuern habe ich auch schon viel unternommen, an Silvester haben wir sogar ein Feuerwerk steigen lassen und wir haben eine Party an Heiligabend gemacht.

Was unterscheidet die Jugend aus der Grafschaft zu der in Afghanistan?

Ich unterscheide mich ein bisschen dadurch, dass ich ein Muslim bin und die Menschen in Deutschland Christen sind. Das ist aber egal, denn wir sind alle Menschen. Außerdem kann ich zum Beispiel nicht einfach losgehen und mit irgendwelchen Leuten sprechen, dafür muss ich noch mehr lernen.

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Hektmatullah Ahmadzai ist 19 Jahre alt und kommt aus Afghanistan. Seit einem Jahr lebt er in Nordhorn. Foto: Markus Spykman

Was war dein erster Eindruck von der Grafschaft?

Als ich gekommen bin, fand ich es sehr gut. Alles hier ist besser als in Afghanistan.

Fühlst du dich integriert?

Ja, es geht mir hier sehr gut, alle sind freundlich. In Deutschland kann ich auf eine Schule oder Universität gehen, in Afghanistan hatten wir viele Probleme, da war das nicht möglich.

Was ist anders an dem Leben als junger Mensch in Deutschland?

In Deutschland gehen die meisten zur Schule bis sie 18 Jahre sind und machen anschließend eine Ausbildung. Vorher geht keiner arbeiten. In Afghanistan ist das anders. Mit 15 oder 16 Jahren kann man schon alleine zur Arbeit gehen. Außerdem helfen die jungen Leute aus Afghanistan ihren Familien mehr, als die Jugendlichen hier. Ich denke auch, dass die jungen Leute hier mehr auf Partys mit anderen reden

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