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Wie ausbruchssicher sind die Zoos?

uchssicher sind die Zoos?
Keine Sorge: Das Tiger-Mädchen Elsa, das hier die Welt erkundet, ist mit einer im Bild kaum erkennbaren Leine gesichert. Foto: dpa

In Osnabrück konnte eine Bärin aus ihrem Gehege ausbrechen, sie drückte mehrere Zäune nieder und musste anschließend erschossen werden. Kann so ein Ausbruch auch in den Zoos in Nordhorn und Emmen passieren?

Nordhorn/Emmen. „Unsere Gehege sind entsprechend der Bedürfnisse der Tiere gestaltet und gesichert“, sagt Nils Kramer vom Tierpark Nordhorn. Das Mäusehaus sei natürlich ganz anders gesichert als das der Leoparden. „Die Gefährdungsklassifizierung erfolgt anhand unseres Tierkatasters mit der entsprechenden Einstufung der Arten und Individuen in Gefährdungsklassen“, so der Tierparkleiter. Je nach Gefährdungsklasse werden bauliche, technische und organisatorische Einrichtungen und Verfahrensabläufe in den Tieranlagen vorgesehen.

So ein Bärenausbruch wie im Osnabrücker Zoo sei deshalb nicht möglich, weil der Tierpark keine Bären halte. Vor freilaufenden Tieren ist man aber trotzdem nicht gefeit. Durch den Gewittersturm „Norina“ 2010 wurde das große Netz der Geier-Steinbockanlage im Nordhorner Tierpark zerstört und die Geier konnten aus der Anlage rausfliegen. Sie hielten sich aber in der Nähe auf und wurden wieder in die Anlage zurückgebracht.

Kramer betont, dass sich die Bedingungen der Tierhaltung ständig ändern. Dazu zählen bauliche, technische und organisatorische Dinge. Deshalb müsse man die Sicherheitsvorkehrungen immer wieder anpassen. „Bei einem sehr agilen und gewandten Jungtier bestehen andere Ausbruchsgefahren wie bei einem behäbigeren, aber sehr viel stärkeren Alttier“, sagt Kramer.

Der Tierparkleiter stellt sich auf die Seite des Osnabrücker Zoos. „Ein solcher Vorgang ist immer schmerzlich, aber die eingeleiteten Maßnahmen waren nach unserem Kenntnisstand die einzig richtige Handlungsoption“, sagt Kramer. Schnelles Handeln und trainiertes Personal habe die Sicherheit und Ordnung wiederhergestellt und die weitere Gefährdung von Menschenleben verhindert.

Der Zoo in Emmen äußert sich zurückhaltender. Der niederländische Zoo sei erst ein Jahr alt und deshalb „sehr sicher“, so Wijbren Landman vom Wildlands Adventure Zoo. Dies treffe auch auf die Gehege von besonders gefährlichen Tieren zu, wie zum Beispiel Eisbären. „Prinzipiell besprechen wir nur die Situation von unseren eigenen Tieren und nicht von anderen Zoos“, sagt Landman weiter.

Auf seiner Homepage schreibt der Zoo, dass man weitläufige Gehege habe, die den natürlichen Lebensraum der Tiere nachempfunden seien. „Damit schaffen wir weitestgehend naturgetreue Ökosysteme“, heißt es. Der Zoo wurde am 25. März 2016 als Wildlands Adventure Zoo neu eröffnet. Man kann dort auf 22 Hektar durch den Dschungel, die Savanne und an die Pole reisen.

Als Allwetterzoo hat der Münsteraner Tierpark eine Besonderheit: Die Besucher können durch das Bärenhaus spazieren und sind dabei durch Glasscheiben oder Gitterstäbe von den Tieren getrennt. Der Außenbereich ist abgegrenzt durch glatte Betonwände. An denen können die Bären laut Pressesprecherin Stefanie Heeke nicht hochklettern, zumal vor den Besuchern noch ein Graben verläuft.

Zoodirektor Thomas Wilms kündigt an, dass das eigene Sicherheitskonzept planmäßig weiterverfolgt werde, unabhängig vom Ausbruch in Osnabrück. Im Zoo Osnabrück war am Samstag die Bärin Tips aus ihrem Gehege ausgebrochen. Die Verantwortlichen entschieden sich am Ende aus Sicherheitsgründen dazu, die Bärin zu töten.

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2 Leserkommentare

1. | Stanley Switek | Dienstag, 21.03.2017 | 18:39 Uhr

Dass sich 'Wildlands' zurückhaltender äussert ist nachvollziehbar. Gerade letzte Woche ist dort ein Wallaby ausgebüxt. Dummerweise ins Löwengehege... Da waren's nur noch drei.

2. | Silberfuchs | Dienstag, 21.03.2017 | 21:59 Uhr

3 Löwen?


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